Wein von 3

18. November 2020
von Alexander von Halem
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Weintourismus in Zeiten von Angstzuständen

Herbstliche Weinberge in Stammheim am Main

Kürzlich las ich einen sehr interessanten Artikel auf dem Portal finanzen.ch zum Weintourismus in China: https://www.finanzen.ch/nachrichten/aktien/chinas-groesste-weinbauregion-hat-grosse-plaene-1029736307

Wer sich nicht den kompletten Text reinziehen will, hier ein paar Angaben daraus:

Es gibt in China mehrere Weinbauregionen. Eine davon ist Ningxia. Dort fand kürzlich eine große Weinmesse mit Vertretern aus 96 Ländern statt (heißt es im Artikel). Weiter schreibt der Autor / die Autorin (einen Namen habe ich nicht gefunden; er basiert wohl auf einer Pressemitteilung von PRNewswire):

„Im Laufe der Jahre hat sich Ningxia rasch zu einer wichtigen Weinbauregion in China entwickelt. Es gibt dort zurzeit 32.800 Hektar Weinrebenplantagen, die einen jährlichen Ertrag von 130 Millionen Flaschen Wein und einen umfassenden Produktionswert von 26,1 Milliarden Yuan (ca. 3,9 Milliarden US-Dollar) erbringen.

Der Ehrgeiz ist groß, denn Ningxia plant, die Anbaufläche bis 2025 zu verdoppeln und eine Jahresproduktion von 300 Millionen Flaschen Wein zu erzielen.“

Zum Vergleich: Franken hat ca. 6.000 Hektar Anbaufläche. Und Ningxia ist nur eine von bestimmt vielen (ich kenne mich dort leider nicht genügend aus, wenngleich ich 2012 in China auf einer Weinmesse war und schwer beeindruckt war von den dortigen Bestrebungen, China zu einem im Weinbau weltweit führenden Land zu machen).

Diese eine Weinbauregion Chinas will – laut Pressemitteilung – ihre Fläche mal so einfach innerhalb von fünf Jahren verdoppeln. Das wäre bei uns in der EU gar nicht möglich, alleine schon rechtlich (abgesehen, dass die Flächen fehlen). Es wird also in Zukunft, wenn sie in China die Qualitäten hinkriegen (und warum sollten sie das nicht) einen großen Wettbewerb zum europäischen Markt geben. Das ist nicht neu: Über die Skandale der Weinfälschungen in China kann man sich per Google Suche selbst informieren.

Weintourismus

Was ich an diesem Artikel besonders interessant fand, war der Hinweis auf die Bedeutung des Weintourismus in Ningxia. Dort heißt es:

„Ningxia hat sich das Potenzial des Weintourismusmarktes erschlossen. Gegenwärtig empfangen die Chateaus von Ningxia mehr als 600.000 Touristen pro Jahr.“

Das muss man sich erst einmal vorstellen. Wenn es denn stimmt. Aber ich gehe mal davon aus. Vielleicht sind es auch mehr Weintouristen. Und wenn es weniger wären, tut es auch nicht groß zur Sache.

Bei uns in Europa, also auch Deutschland, Bayern, Franken… hat man – zurecht – gute Strukturen aufgebaut, um den Weintourismus zu fördern. Ein wenig finanziell, noch mehr ideell. So kam ich selbst ja überhaupt erst dazu im reiferen Alter Winzer zu werden. Es begann (bis auf eine Exkursion in den Weinbau in der Jugend) mit dem Weintourismus.

Weil wir ein keines Hotel garni im Schloss betreiben und somit – zumindest vor Corona – viele Gäste haben, die gerne auch mal ein Glas Wein in unserem schönen Fränkischen Weinland trinken, absolvierte ich 2001/2002 die Ausbildung zum „Gästeführer Weinerlebnis Franken“ . „Mit Weinverstand durchs Frankenland“ ist da die Devise – oder: nein. Das war ein Buchtitel, glaube ich. Soviel zur selektiven Wahrnehmung. Es heißt „Komm, ich zeig` Dir mein Weinland!“ und diesen Verstand und die Werkzeuge, das Land fachgerecht zeigen und erklären zu können, wollte ich natürlich erlernen, um auch meinen Gästen im Schloss den Frankenwein bei Verkostungen, Weinproben und Führungen näher zu bringen. Das hat mir mindestens genauso viel Spaß gemacht, wie unseren Gästen, weshalb das Thema Wein für mich immer wichtiger wurde. 

Gut, der Rest ist Geschichte und kann auf der Seite des Weinguts unter diesem Menüpunkt auch nachgelesen werden. Was mir jetzt gerade wichtig ist: Was machen wir jetzt in Zeiten von Lockdowns mit dem Weintourismus? Zum einen merke ich anhand der Tatsache, dass gerade gar nichts geht, wie wichtig doch dieser Weintourismus und generell der menschliche Kontakt in dieser Branche ist. Eine Branche, Wein also, in der es ganz besonders um Emotionales geht. Um Geschmack, Natur, Zwischenmenschliches.

Es ist eigentlich alles Emotion, was den Wein und den Weingenuss betrifft. Die Menschen könnten ja auch einfach Wasser trinken. Aber es geht um das persönliche Erlebnis des Geschmacks. Des eigenen Geschmacks. Dem einen schmeckt ein trockener Weißwein, dem anderen ein süßer Rotwein (was ich persönlich jetzt nicht brauche, aber dafür sind die Geschmäcker ja auch verschieden). Es geht um die Geschichten hinter dem Genussprodukt. Wo wächst der Wein? Wie sehen naturnah oder gar biologisch bewirtschaftete Weinberge aus? Warum macht der Winzer an diesem Fleck Erde was er macht und wie? Und zig andere Fragen, die mich bei jeder Weinprobe aufs Neue faszinieren.

Der Lockdown…

All das können (konnten) wir als Gästeführer Weinerlebnis, aber auch jeder Winzer / jede Winzerin ohne diese Ausbildung, unseren Kunden (= Gästen, Freunden) näher bringen. In Zeiten eines Lockdowns merkt man, wie schnell einem dieser persönliche Kontakt zu den Menschen abhanden kommt und wie schmerzlich das ist.

Natürlich hat es auch wirtschaftliche Folgen, wenn man die direkte Kommunikation mit den Menschen nicht mehr hat. Weniger Besuche im Weingut. Keine Besuche von Messen mehr. Keine Weinproben im Schloss oder sonst wo. Das macht sich schon bemerkbar. Es beweist, wie wichtig dieser persönliche, menschliche Kontakt ist. Ein Winzer (oder Kaffeeröster, Gastronom, Schokolatier, Mandelbrenner, Trüffelsammler…) zum Anfassen und Befragen ist etwas anderes, als ein anonymer Hersteller, dessen Produkt man aus dem Regel in den Einkaufswagen zieht. Es braucht den persönlichen und menschlichen Kontakt, um den Funken, die eigene Begeisterung – aber auch die Begeisterung des Kunden und seine Ideen und Wahrnehmungen – überspringen lassen zu können. Das fehlt uns jetzt halt. Nicht nur, weil es uns der Möglichkeit beraubt neue Kunden zu gewinnen.

Ich meine das jetzt nicht als Jammern, was uns fehlt, sondern als Anerkennung dessen, was diese (aber auch andere) Branche im Sinne von Emotion und Wahrnehmung über den Verkauf eines Produktes hinaus schaffen kann, wenn der persönliche Kontakt, die direkte Kommunikation, die Möglichkeit etwas, was einem wichtig ist, auf 1,50 m oder weniger rüber bringen zu können. Das war die Stärke unseres weintouristischen Konzepts. Von der Didaktik möglichst viel „hands on“, Sendung mit der Maus, zeigen statt erklären…

Dass dieser Weg erfolgreich ist, sehe ich daran, dass der „Abverkauf“ nach einer Verkostung immer dann besonders erfolgreich war, wenn die TeilnehmerInnen auch Blicke hinter die Kulissen werfen konnten (Ausbaukeller, Weinberg…) und wenn ich Zeit hatte, mit diesen ausführlich zu sprechen und auch ihnen zuzuhören. Das ist jetzt kein großes Geheimnis, wie man besser verkauft. Es ist logisch. Aber das fehlt uns halt jetzt in der Zeit von staatlich verordneten Lockdowns (über dessen Sinnhaftigkeit ich mich jetzt nicht in die eine oder andere Richtung ausdrücken werde; Wer besonders vorsichtig sein will oder muss, sollte das auf jeden Fall sein).

Bitte nicht falsch verstehen: Das soll, wie gesagt, kein Jammern sein. Uns geht es als Weingut (noch) nicht wirtschaftlich schlechter als vor der sogenannten „Corona Krise“. Wir haben das Glück, dass viele aus Solidarität (und Eigeninteresse – Wein bringt halt auch Lebensqualität und Glücksgefühle) unsere Weine gerade jetzt online bestellen und uns damit helfen unsere Familien zu ernähren und sich selbst dabei auch eine kleine Freude zu machen. Dafür mein allerherzlichster Dank! Danke.

Ich sehe aber aus den aktuellen Entwicklungen auch, wie wichtig dieser Weintourismus für uns als Anbaugebiet Franken, aber auch für alle deutschen Weinbaugebiete war und ist und wie wichtig es ist, baldmöglichst zu einem normalen und persönlichen Miteinander wieder zurückkommen zu können.

Die chinesischen Winzer werden es sich in der Region Ningxia mit derzeit 33.000 und bald vielleicht 66.000 Hektar Rebfläche auch nicht nehmen lassen.

Wann sehen wir uns wieder, so ganz persönlich? Natürlich erst, sobald es möglich bzw. erlaubt ist. 

Ich freue mich darauf!

21. Oktober 2020
von Heiko Niedermeyer
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Fazit aus einem Jahr biologischer Bewirtschaftung

Schon seit Gründung unseres Weinguts im Jahr 2012 legten wir viel Wert auf eine naturnahe Arbeitsweise in unseren Weinbergen, trauten uns aber lange nicht den Schritt hin zu einer kontrollierten biologischen Bewirtschaftung. Wir verzichteten schon immer auf den Einsatz von chemischen Unkrautvernichtern oder anderen Produkten aus der Chemiefabrik wie Insektiziden, welche gezielt gegen die kleinen Tierchen eingesetzt werden. Auch die zurzeit viel umstrittene Stickstoffdüngung haben wir stets umgehen können. Bereits damals war uns klar, dass, wenn man Flora und Fauna einen gewissen Freiraum zugesteht, sich die meisten Probleme in der Regel von selbst lösen.

Warum also nicht gleich Bio?

Wäre da nicht dieser Pilz…

Viele Hobbygärtner kennen es – den Pilzbefall bei Nutzpflanzen. Im Weinbau haben wir es hauptsächlich mit dem Peronospora- (falscher Mehltau), dem Oidium- (Mehltau) und dem Botrytispilz zu tun. In unterschiedlichen Wachstumsstadien und Wetterlagen tritt mehr der eine oder der andere Pilz auf. Die Angst, eine ganze Ernte durch einen dieser Pilze zu verlieren hemmte uns lange auf konventionelle Pflanzenschutzmittel zu verzichten.

Deshalb war das Weinjahr 2020 sehr spannend für uns und ich kann im Nachhinein sagen, dass die Angst – und ich meine das nicht leichtfertig – völlig unbegründet war. Biologisch zugelassene Mittel wie Backpulver oder Kupfer reichen völlig aus um die oben genannten Pilze von den Reben fernzuhalten. Darüber hinaus versuchen wir unsere Pflanzen seit diesem Jahr mit selbst gebrautem Komposttee fit zu halten, um die eigenen Abwehrkräfte der Pflanze zu stärken.

Der Schritt hin zum biologisch kontrollierten Anbau war somit für uns eine gute Entscheidung in die richtige Richtung und ich würde mir wünschen, den ein oder anderen Kollegen auch dazu bewegen zu können.

10. Juni 2020
von Alexander von Halem
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Picknick entfällt, doch es geht langsam wieder los!

Die für heute geplante Nacht der Poesie und das morgige Picknick im Schlossgarten (immer an Fronleichnam)entfallen Corona-bedingt. Doch es geht langsam wieder los im Schloss. Der Hotelbetrieb hat wieder begonnen und auch der Weinverkauf hat geöffnet. Die erste kulturelle Veranstaltung nach der Zwangspause wird am 10. Juli stattfinden (siehe Veranstaltungskalender des Schlosses).

Im Weinberg macht die Natur keine Pause und hält uns auf Trab.

Die Reben blühen teilweise schon. Hier ein Bild kurz vor der Blüte

Kommt uns doch mal wieder besuchen! Wer noch ein wenig (mehr) Abstand halten möchte, kann auch unseren online Shop besuchen.

11. März 2020
von Alexander von Halem
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Wein von 3 für Schweden

Das schwedische Weinmagazin hat kürzlich über einige Weingüter in Franken geschrieben, darunter auch über uns. Der Beitrag (auf Schwedisch), der hier online zu finden ist, konzentriert sich dabei auf Weingüter mit besonderem Ausflugscharakter. Es will damit die schwedische Leserschaft dazu animieren das fränkische Weinland und seine Weingüter zu besuchen. Das Onlineportal des Magazins bietet zudem viel Hintergrundwissen über Weine aus aller Welt. Den Eintrag zu unserem Weingut (auf Englisch) findet man hier.

Ein buchbares Angebot hat das Portal ebenfalls eingestellt.

Über Besuch aus Schweden würden wir uns freuen!

(Screenshot von vinjournalen.se Foto: Simone Betz)

7. Januar 2020
von Alexander von Halem
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Wein von 3 Jahresrückblick 2019

Mit dem Jahr 2019 geht auch ein Jahrzehnt zu ende. Ein Jahrzehnt, das für unser Weingut ganz wichtig war, weil es uns davor gar nicht gab! Ende 2011 taten Heiko, Christian und ich uns zusammen und gründeten Anfang 2012 unser Weingut mit damals 1,3 ha Rebfläche. Jetzt, zu Beginn des neunten Jahres unseres Bestehens, bewirtschaften wir rund 4 ha Rebfläche.

It was a good year, but a tough year

Das Jahr 2019 hat mit einer fast Verdoppelung unserer Rebfläche von 2018 auf 2019 zunächst sehr arbeitsintensiv begonnen. Das ist ein Sprung, den man als Winzer schon merkt, bei all den Rebstöcken, die gepflegt werden möchten (Rebschnitt, anbinden, ausbrechen, Laubarbeiten etc. etc.). Doch wir haben es geschafft und die Ernte im September und Oktober heim gefahren. Leider war es zwar eine qualitativ sehr gute, mengenmäßig aber geringe Ernte. Mit diesem Phänomen sahen sich viele Winzer 2019 konfrontiert wegen der Trockenheit. Bei früh reifenden Rebsorten sind die Trauben am Rebstock regelrecht verbrannt. Wegen der Trockenheit mussten wir die Jungfelder (die beiden in den letzen zwei Jahren gepflanzten Weinberge) bewässern. Eine Tropfbewässerungsanlage hatten wir bei der Errichtung der Drahtanlage bereits eingebaut. 2019 kam eine mobile Pumpe hinzu, um einen höheren Wasserdruck auf die Leitungen im Weinberg zu bekommen.

Investitionen in den Ausbaukeller

Auch in den Ausbau der Weine im Keller haben wir im vergangenen Jahr kräftig investiert. Neben sechs neuen Barriquefässern (225 l Eichenfässer) aus Frankreich kam ein Stückfass (1.300 Liter Fassungsvermögen) zur Rotweinbereitung hinzu. Für diese kauften wir einen Rotweinmaischegärtank mit 2.850 Liter Fassungsvermögen, den wir im Herbst 2019 erstmals für die Domina einsetzen konnten. Wir kauften eine neue Pumpe und einen Schichtenfilter. Dem Flaschenlager spendierten wir eine Klimaanlage, um in den heißen Sommern gleichbleibende Temperaturen gewährleisten zu können.

Um größere Lieferungen ausfahren zu können und unsere Präsenz auf Messen kostengünstiger zu gestalten (Miet-Transporter sind auf Dauer schon ganz schön teuer) haben wir einen Kastenwagen geleased und im September erstmals in Betrieb genommen.

Wein von 3 auf Achse

Weinmessen besuchten wir mit unserem Messestand in diesem Jahr in Berlin, München, Nürnberg und Düsseldorf . Wie auch im Vorjahr waren wir auf dem Lollapalooza Festival in Berlin mit einem Ausschank. Hinzu kamen Besuche mit Weinproben bei unseren Weinhändlerinnen. Und, ja, es sind überwiegend von Frauen betriebene Weinfachhandlungen. Dann natürlich noch die eigenen Veranstaltungen wie die Märkte im Schloss und das Picknick am Fronleichnamsfeiertag im Schlossgarten. Bei den Kunstvereinen Würzburg und Schweinfurt waren wir mit Wein bei Vernissagen dabei. In der Galerie von Rosa Brunner waren wir auch wieder, in Bamberg.

Das Produktsortiment haben wir 2019 etwas erweitert. Die „geheime“ Riesling Auslese lieblich, die wir am 20. November 2018 gelesen hatten, gaben wir im Laufe des Jahres 2019 ohne große Bekanntmachung (es ist nicht viel davon da…) in den Verkauf. Im Sommer kamen ein Bitterorangenlikör und im Winter erstmals ein Haselnusslikör hinzu.

Ausblick

Das Weinjahr 2020 hat für uns bereits begonnen, da wir schon mitten im Rebschnitt stecken. Da fällt mir eine Beobachtung, die ich neulich beim Ausschank in Bamberg machte und die ich öfter bei Weinproben mache, ein: Viele Leute denken wirklich, dass man als Winzer nur im Herbst zu tun hat. Man ginge dann in den Weinberg zur Lese und der Wein mache sich danach im Keller von ganz alleine. Dass Wein aber ein Genussmittel ist, das das ganze Jahr über viel Arbeit, Zuwendung und, wie es auf unserer 2019 erstmals mit zahlreichen Fotos (Danke, Simone!) bestückten Weinliste zu lesen ist, auch Ruhe, Handarbeit und Kreativität erfordert, davon könnt ihr euch durch regelmäßiges Lesen dieses Blogs überzeugen.

Und wer es nicht schon getan hat: Kommt uns spätestens 2020 mal besuchen. Probiert die Weine mal vor Ort. Werft einen Blick in unsere Weinberge über dem Maintal. Gerne zeigen wir euch auch unseren Ausbaukeller in Stammheim am Main.

Auf ein gutes Jahr 2020!

Wein von 3 Weinlese 2019 - Foto Simone Betz
Heiko – Foto: Simone Betz
Wein von 3 Weinlese 2019 - Foto Simone Betz
Christian – Foto: Simone Betz
Wein von 3 Weinlese 2019 Foto Simone Betz
Alexander – Foto: Simone Betz

20. Dezember 2019
von Heiko Niedermeyer
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Neupflanzung Domina Rotwein – Folge 5

Mittlerweile sind seit der Neupflanzung der Fechser mehr als drei Jahre vergangen und aus den Minireben ist nun eine augenscheinlich ausgewachsene Rebanlage geworden.

Das Domina Jungfeld kurz nach der Pflanzung der Pfropfreben
Das Domina Jungfeld im Sommer 2019

Somit endete die Schonfrist für die Reben in diesem Jahr 2019 sollte die Anlage zeigen, ob sie bereits in der Lage ist ordentliche Dominatrauben für unsere Rotweine zur Reife zu bringen.

Als diese Entscheidung fiel, hat von uns keiner geahnt, dass die Natur auch in diesem Sommer mit Regen sparsam umgehen würde. Insgesamt waren es über 3 Monate, in denen die Rebstöcke keinen Regen sahen. Da sich die Wurzeln der jungen Anlage immer noch sehr nahe an der Bodenoberfläche festkrallen, können sie keinen tieferliegenden Wasserspeicher anzapfen und sind in kurzen, regelmäßigen Abständen auf Wasser von oben angewiesen. Solche Niederschläge sollten am Ende dann auch mindestens 15-20 Liter Wasser pro Quadratmeter gebracht haben, damit die Reben auch wirklich etwas davon abbekamen.

Da dieser Regen ausblieb, installierten wir eine Bewässerungsanlage. Hierzu wurden am Draht einer jeden Rebzeile ein etwa fingerdicker Schlauch befestigt. In unserem Fall waren das ca. 2,5km Schlauch. In diesem Schlauch befanden sich in regelmäßigen Abständen Löcher, aus denen das Wasser später heraustropfen konnte.

Tropfbewässerung

Eine solche Tropfbewässerung bringt den Vorteil, dass die benötigte Wassermenge nun nicht mehr wie oben beschrieben 20 Liter beträgt, sondern nur noch ca. ein Fünftel. Trotzdem bleibt es ein Kraftakt eine solche Fläche zu bewässern. Sind es doch immer noch 20.000 Liter die mühsam mit Schlepper und Fass auf den Berg gefahren werden müssen. Dazu wiederholt sich dieser Vorgang alle 2 Wochen bei ausbleibenden Regenfällen. Am Ende hat sich die Anstrengung auf jeden Fall gelohnt. Wir ernteten wunderschöne, tiefblaue Dominatrauben.

15. Dezember 2019
von Alexander von Halem
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Haselnüsse, aber nicht für Aschenputtel

Liköre von Wein von 3 (Franken)
Die Wein von 3 Liköre: Hazel und Feyerabend

Oft wenn wir drei auf Einladung unterwegs sind mit Wein bei Veranstaltungen an anderen Orten haben wir selbst so viel Spaß mit den Menschen und dem Erlebtem dort, dass wir komplett vergessen zu fotografieren. So war es auch am nun fast vergangenen Wochenende. Deshalb bleiben die Eindrücke jetzt nur uns und den anderen, die dabei waren. Wir kommen, wenn es sich einrichten lässt und zeitlich passt, aber gerne auch mal zu Euch! Bei Interesse bitte einfach anfragen.

Was ich aber berichten kann: Auch unser zweiter Likör, Hazel (man kann es sich schon vorstellen: Ein Haselnusslikör) schlug schon ein wie eine Bombe. Für Weihnachten wird es wohl gerade noch reichen, aber Christian muss dringend wieder Nachschub machen.

Zu Weihnachten: Wir schrieben an anderer Stelle man möge, um auf der sicheren Seite zu sein, seine Weinbestellung bis 15.12., also heute, bei uns abgeben, damit diese noch pünktlich vor Weihnachten ankommen. Wir haben jedoch mit UPS sehr gute Erfahrungen gemacht: Die Pakete sind meist am nächsten Werktag da. Ihr dürft also gerne noch (die noch verfügbaren Weine) bestellen, ich schätze mal bis spätestens Sonntag, 22. Dezember, um diese am 24. zu bekommen. Wenn Ihr früher dran seid freuen sich aber auch die PaketzustellerInnen, die zur Zeit wirklich Großartiges leisten. Wenn Ihr Wein (oder Likör) verschenken möchtet, schicken wir die Pakete gerne auch mit einem Hinweis auf die Schenkenden an die Beschenkten.

Genießt also die schöne Weihnachtszeit mit Wein von 3 und anderen leckeren Dingen mit Freunden und Familie oder gönnt Euch einfach selbst mal etwas. Die Fastenzeit kommt schnell genug…

17. September 2019
von Alexander von Halem
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Sabrage FAIL

Ein Freund, der in der Schweiz lebt, feierte kürzlich einen runden Geburtstag. Unser gemeinsamer Freund Floh hatte die Idee zu einem Sektempfang anlässlich des Geburtstags etwas Besonderes zu machen: Eine Sabrage.

Bei einer Sabrage wird mit einem Säbel oder Degen eine Champagner- oder Sektflasche geköpft bzw. entkorkt. Da dachte ich mir: es sollte doch wohl auch mit einem Perlwein funktionieren. Sicherheitshalber suchte ich im Netz nach entsprechenden Videos und fand auch einige, in denen Proseccoflaschen mit einem Säbel geöffnet wurden. Kann also gar nichts schief gehen Dachte ich.

Ich überließ dem Geburtstagskind die Ehre die erste Flasche des Empfangs mit einem Familienerbstück, einem Säbel aus dem Jahr 1906/1907 zu öffnen. Als es ihm nach mehreren Versuchen nicht gelang, versuchte ich mein Glück. Nichts zu machen. Ich holte meinen alten Kavalleriesäbel, den ich 1996 in Louisiana (USA) beim Übertritt aus der First Squadron, 2nd Armored Cavalry Regiment, in den Regimentsstab bekommen hatte. Dieser ist wesentlich schwerer, als das kleinere, deutsche Exemplar. Doch auch mit diesem gelang es uns nicht die Perlweinflasche zu öffnen, nicht mal den Flaschenhals einfach zu köpfen. Obwohl die Flasche bei diesen Traktaten zwei mal zu Boden fiel, ging sie nicht kaputt. Am Ende musste das Schweizermesser aus der Hosentasche den Tag und den Empfang retten. Das war für den Wahlschweizer nicht ganz ohne Ironie…

Die Moral von der Geschichte: Unsere Perlweinflaschen halten ganz schön was aus. Und: Wenn man solche Spirenzchen vor hat, sollte man wohl doch eine Trockenübung oder Generalprobe machen. Es war aber auch trotz FAIL eine lustige Angelegenheit!

Petrini und potentielle Entkorkungswerkzeuge

16. August 2019
von Alexander von Halem
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Lust auf Feyerabend? Gönn Dir einen (Bitterorangenlikör)!

Manche haben es vielleicht schon mitbekommen, aber wir haben es – bis jetzt – noch nicht an die große Glocke gehängt: Wir haben inzwischen auch einen Likör im Angebot. Genauer: Einen Bitterlikör aus Bitterorange, Maracuja, Rosmarin und Lavendel. Den müsst Ihr unbedingt mal probieren. 

Mach es zu deinem Projekt

Christian hatte schon länger die Idee einen Likör zu machen und so diskutierten wir oft darüber, welche Geschmacksrichtung wir dabei einschlagen sollten. Weil wir bald merkten, dass es wegen der Vielzahl an Möglichkeiten bei der reinen Diskussion bleiben würde, ohne dass noch im Sommer ein Produkt auf dem Tisch steht, wählten wir diesmal die Hau-Ruck Methode für das Projekt. Heiko sagte Christian, der ja auch die Ursprungs-Idee hatte: MACH ES ZU DEINEM PROJEKT! Wir ließen ihm also komplett freie Hand, was Rezept, Produktname und Design betrifft. Dabei ist innerhalb kürzester Zeit der Feyerabend entstanden. Und wir drei stehen geeint dahinter!

Mit Passion (und Maracuja)

Das genaue Rezept für unseren Feyerabend ist natürlich streng geheim. Damit Ihr Euch aber schon ein wenig vorstellen könnt in welche Richtung es geschmacklich geht (fruchtig, bitter, süß), hat Christian das mit der Bitterorange, Maracuja, Rosmarin und Lavendel aber schon mal verraten. Und ich habe bei der Recherche zu diesem Artikel auch etwas dazu gelernt: In Deutschland werden die Begriffe Passionsfrucht und Maracuja oft synonym verwendet. Es handelt sich aber um zwei unterschiedliche, wenn auch verwandte, Früchte. Maracujasaft wird meist aus den eher unscheinbar wirkenden, gelben Maracujas gewonnen. Dabei wird auf diesen Säften oft mit Abbildungen der farblich etwas aufregenderen Passionsfrucht (auch Purpurgranadilla genannt) geworben.

Endlich Feyerabend

Wer weiß, dass unsere Grafikerin Judith Feyerabend heißt, kann sich vielleicht vorstellen, warum der Likör (gewissermaßen als Homage an sie und ihren Ideenreichtum) so heißt. Wer das Faultier auf dem Etikett entdeckt, hat vielleicht weitere Assoziationen zu diesem Namen. Egal: Einfach probieren! Feyerabend schmeckt pur, auf Eiswürfeln, oder gemischt mit unserem Bacchus Wolf jr. oder dem Perlwein Petrini. Vielleicht probiert Ihr einfach Eure eigene Lieblingsvariante (gerne hören wir von Euch dann, wie Euch der Feyerabend am besten schmeckt).

Probieren könnt Ihr bei uns an der Vino-Theke im Schloss. Am kommenden Samstag, 17. August, wird es den Feyerabend in einer mir noch nicht bekannten Rezeptur beim Weinstand auf dem Musikfestival in Sommerhausen geben. Spätestens jetzt ist also die Zeit gekommen den Stoff bekannt zu machen:

Feyerabend Bitterlikör von Wein von 3

10. Juli 2019
von Alexander von Halem
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Unser Silvaner ist einer von zwei Landkreisweinen 2019/2020

Ausgerechnet am vergangenen Donnerstagnachmittag/abend war das Zeilitzheimer Telefonnetz mal wieder partiell ausgefallen (vom Internet ganz zu schweigen). An diesem Abend sollten wir uns nämlich am Telefon bereit halten für eine etwaige Benachrichtigung als einer von zwei „Landkreisweinen“ für das Jahr 2019/2020 ausgewählt zu werden. Landkreiswein: Jedes Jahr zwei Weine, einer aus dem Muschelkalk- und einer aus dem Keupergebiet des Landkreises Schweinfurt, die von einer Jury bei einer Blindverkostung gekürt werden und dann ein Jahr lang von unserem Landrat Florian Töpper zu Empfängen ausgeschenkt und als Präsente mitgebracht werden.

Man ist bei solchen Wettbewerben ja immer nur vorsichtig optimistisch. Heiko hatte sich entsprechend keinen Babysitter organisiert. Ich war aber in der „vorgeschriebenen“ Zeit im Schloss am Telefon erreichbar, zumindest mein physischer Körper, denn das Telefonnetz war es eben nicht. Na klasse. Wenn wir nicht erreichbar sind für die Benachrichtigung dann schnell mit 30 Flaschen des Siegerweins (in unserem Fall der 2018er Silvaner trocken) nach Handthal zur Siegerehrung zu kommen, dann werden wir bestimmt auch gewinnen. 😉

So war es dann auch. Gut, daß Tanja Dannhäuser, die rechte und linke Hand unseres Landrats, sich von der Ansage wir seien momentan nicht erreichbar nicht abschrecken ließ und nach 5 versuchten Anrufen kurzerhand auf der Bestellhotline anrief, die zu der Zeit bei uns zuhause auflief. Kati konnte die positive Meldung also entgegen nehmen, mich im Schloss aufsuchend benachrichtigen und Christian und Heiko benachrichtigen. Christian hatte sich schon ganz auf Feierabend eingestellt, riß aber noch alles um, um mich mitsamt Wein in Zeilitzheim für die Weiterfahrt ins Steigerwaldzentrum in Handthal abzuholen. Bei Heiko war die Situation komplizierter, weil Sharina bei einer Schulveranstaltung war und er einen Teil der 3 Kinder schon zu Bett gebracht hatte. Er traf mit diesen 3 Kindern aber nur kurz nach Christian und mir in Handthal ein.

Kurzum: Wir haben gewonnen. Unser Silvaner 2018 ist einer der beiden Landkreisweine 2019/2020 (zusammen mit einem Riesling aus dem Weingut Loos in Dingolshausen). 

Wir wurden sehr nett in Handthal empfangen von der 17köpfigen Jury, die die Weine der Winzer aus dem Landkreis Schweinfurt eingereicht hatten, probierten. Alle gratulierten den 2 (bzw. 4 Gewinnern, Florian Loos und uns 3 von Wein von 3). Es gab nette Gespräche mit alten (ich meine: langjährigen) Freunden aus der Jury, die sich sichtlich freuten „blind“ eine gute Wahl getroffen zu haben. Blindproben sind auch immer die allerbesten, weil da nur der Geschmack entscheidet und es keine Bevorteilung bzw. Bevorzugung geben kann.

Bei Häppchen und dem einen oder anderen Glas Wein neigte sich der Abend dem Ende entgegen. Landrat Florian Töpper gab jedem Jurymitglied noch je eine Flasche der beiden Landkreisweine mit. Wir verabschiedeten uns dann auch, denn das Helferteam um Tanja Dannhäuser und Uta Baumann hatten ja auch noch aufzuräumen und schon einen langen Tag hinter sich. Traumhaft aber, diese Kulisse am Steigerwaldrand in Handthal, wenn sich die Abendsonne auf die Felder, Weinberge und Wald legt.

Allen Beteiligten sagen wir 3 herzlich Dankeschön! Schön, dass wir mit unserem Silvaner ein Jahr Botschafter des Weinlandkreises Schweinfurt sein können. Schön, dass ein Silvaner und ein Riesling gewonnen haben. Denn: Franken kann Silvaner. Das ist klar. Aber: Franken kann auch Riesling! 

Am Tag der offenen Tür des Landratsamts Schweinfurt wird die entsprechende Urkunde überreicht werden. Zusammen dürfen wir, zusammen mit Familie Loos, an diesem Tag, Samstag, 20. Juli 2019 von 10-16 Uhr, im Innenhof des Landratsamts den Landkreiswein und weitere Weine ausschenken. Dieser Ausschank findet im Innenhof des Landratsamts statt. Zudem gibt es zahlreiche Vorträge und Führungen sowie ein Unterhaltungsprogramm. Details findet Ihr unter www.landkreis-schweinfurt.de/tagderoffenentuer

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