Wein von 3

28. November 2016
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Messe in Düsseldorf: Wein von 3 auf Reisen in Sachen Wein

Wein von 3 bei Messe Wein & Taste in Düsseldorf 2016

Christian und Heiko im Einsatz in Düsseldorf

Am Wochenende waren wir zu dritt „auf Messe“. Am Freitag haben wir erst noch den zu rodenden Weinberg fertig geschnitten, Silvaner etikettiert und den Mietwagen abgeholt. Am Samstag ging es dann früh um 7 los nach Düsseldorf. Wir kamen zügig durch bis auf den (wohl täglichen) Stau bei Leverkusen.

Düsseldorf? Ziemlich große Stadt (Partnerstadt ist u.a. Chongqing in China, ebenfalls ziemlich große Stadt mit über 30 Millionen Einwohnern) mit ziemlich kleinem Flüsschen, der Düssel, die wir auch zu sehen bekamen.

In erster Linie waren wir jedoch zum Wine & Taste Festival in Düsseldorf-Bilk (Christian und Heiko waren letztes Jahr dort schon dort; Diesmal konnte ich mir die Zeit nehmen mit zu fahren).

Mit etwas gemischten Gefühlen fuhren wir zur Messe, die im letzten Jahr schon sehr erfolgreich für uns war. Nicht, weil wir nicht gern dorthin fahren, sondern weil wir momentan nur einen Teil unserer Weine präsentieren und verkosten lassen können. Riesling, Wolf jr, Petrini und Domina waren vorher schon ausgetrunken. Die letzten 5 Flaschen des roten Fuchs v.B. 12, die wir für die Messe noch gehortet hatten, Silvaner, Melusine und eine Fassprobe vom Wolf jr. 16 nahmen wir mit. Nun ist auch der Fuchs ausgetrunken. Dafür liegen Dank Messe schon die ersten Bestellungen für den 2015er Fuchs vor, die wir dann nach dem Abfüllen im Sommer 2017 verschicken werden, wenn wir ihn voraussichtlich nach rund 18 Monaten Barriquelager abfüllen werden. Wenn er dann auch schon soweit ist. Aber auch Domina wurde bereits vorbestellt, obwohl wir gar keine dabei hatten zum Verkosten. Die 2016er Domina liegt noch voraussichtlich bis November 2017 im großen Holz, bevor wir auch diesen Rotwein abfüllen.

Einerseits also schön mit den Weinen soviel Zuspruch zu erhalten, andererseits auch schade jetzt einige Monate lang bestimmte Weine gar nicht zum Probieren anbieten zu können. Die leichteren 2016er Weine wird es jedoch voraussichtlich schon Ende Januar / Anfang Februar 2017 geben. Es wurde Dank mitgebrachter Fassprobe auch schon für diese Abfüllung vorbestellt.

Es macht echt Spaß diese Weine zu machen und zu sehen, dass sie auch anderen soviel Spaß machen können. Besonders gefreut hat es uns jedoch auch einige Besucher des letzten Jahres wieder zu sehen, die sich noch gut an uns erinnerten und auch zwischenzeitlich Weine per Postversand bestellt hatten. Umso größer war die Freude auch neugewonnene Freunde begrüßen zu können, die auf der letzten Düsseldorfer und der diesjährigen Bochumer Messe gewesen waren und uns zwischenzeitlich im Schloss mit Übernachtungen besucht haben und nun wieder an unseren Stand kamen. Danke, dass Ihr uns die Treue haltet!

Speziell zur Bekanntmachung der Möglichkeiten im Schloss nicht (nur) Wein zu trinken, sondern auch zu übernachten, haben wir Dank unserer Grafikerin Judith nun auch einen neuen Flyer erstellt. Dieser kam am Freitag frisch von der Druckerei und wurde in Düsseldorf erstmals getestet. Er zeigt – neben einigen Bildern vom Schloss – auch die Palette unserer Weine auf, um die wir uns sehr bemühen diese bald wieder zu komplettieren.

Was ich an solchen Messen (ich nenne diese Veranstaltungen lieber „Begegnungen“) besonders schätze, sind – neben dem Austausch mit Wein-interessierten Menschen und potentiellen neuen Kunden/Freunden – auch der Austausch mit den KollegInnen innerhalb der Branche, vor allem den WinzerInnen. Toll, was sich in dieser Szene gerade alles tut. Wer alles neue und spannende Wege wagt. Und wie offen der Austausch untereinander ist. Da schickt man auch gerne mal Kunden zum Nachbarwinzer oder meinetwegen auch zu Winzern in entfernten Regionen. Wichtig ist, dass die Weinwelt im positiven Sinne aufgemischt wird: Weg vom altbackenen Image. Weg vom sturen Etikettentrinken. Weg von Spießertum und „Business as usual“, weg von Snobismus, Überheblichkeit und Vorurteilen. Hin zu Experimenten, Mut zur Nische, Austausch, Offenheit und mit jeder positiven Erfahrung auch ein wenig mehr Begeisterung.

Neben uns war der einzige fränkische Winzer auf der Wine & Taste in Düsseldorf der Dettelbacher Kollege Tobi Nagel, den wir, vor allem auch wegen seiner vom Holz geküssten Silvaner mit Spaß-Faktor, schon länger schätzen.

Von der Nahe haben wir das Weingut Weinheimer Hof kennen gelernt, wo das Geschwisterpaar Christine und Philipp Pieroth (beide studieren gerade in Geisenheim mit unterschiedlichen Schwerpunkten: Christine Weinbau/Oenologie und Philipp Internationale Weinwirtschaft) noch zusammen mit den Eltern wirken. Tolles Weingut mit sehr viel Zukunft (Dank jungem Blut und neuer Ideen, auf deren Weiterentwicklung ich sehr gespannt bin).

Ein besonderes, da auch ehrgeiziges Projekt, mit dem auch wir 3 uns wegen einiger Ähnlichkeiten identifizieren können, ist das Weingut Gabelmann in Niederhausen, ebenfalls an der Nahe. Winzer Sebastian Gabelmann und seine Partnerin, die Fotografin Nathalie Schwartz, bewirtschaften hier zu zweit 3 ha Rebfläche. Dafür: Respekt! Haben wir (im Nebenerwerb) mit 2,5 ha Rebfläche schon einiges zu tun. Zu ausgezeichneten Weinen kommt hier viel Leidenschaft und Kreativität (letztere nicht nur durch Nathalie, die als gelernte Produkt- und Werbefotografin nicht eben nur solche fotografiert, sondern auch Weinberge, aber gerade auch die Besucher des Messestands mit personalisierten Polaroids zum Mitnehmen verewigt).

Das sind jetzt nur drei Beispiele, neben uns selbst, die auf dieser Messe vertreten waren. Ins Gespräch sind wir jedoch mit vielen Kollegen gekommen. Und wenn ich das alles so sehe bin ich sehr zuversichtlich. Nicht nur für die eigene Zukunft als Weingut, sondern für die Zunft als solche und für die Menschen, die gerne leben und genießen. Es wird immer mehr getan, um gute und abwechslungsreiche Weine herzustellen und diese den Menschen nahe zu bringen. Deutscher Wein und Wein in Deutschland hat Zukunft. Und macht Spaß. Auch und gerade für ein jüngeres Publikum, das für sich selbst entdeckt, was ihm schmeckt und gefällt.

22. November 2016
nach Heiko Niedermeyer
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Wir pflanzen unseren ersten Weinberg – Folge 2 – Rodungsvorbereitungen

Nachdem ich in der ersten Folge die Planungsphase zum Thema Weinbergsneuanlage kurz beschrieben habe, geht es nun endlich in die Praxis: Rodungsvorbereitungen. Voller Tatendrang und mit gewetzten Scheren ziehen wir zu dreien los. Die Rodung der alten Rebfläche steht an. Wir werden das neue Holz abschneiden, so dass nach getaner Arbeit nur noch der Stamm übrig bleiben wird. Die richtige Arbeit für gestresste Büroarbeiter, wie ich meine. Nichts denken müssen – einfach nur abschneiden und das bei ca. 2000 Reben. Ist ein bisschen wie in Karate Kid, als Daniel San den Zaun streichen musste. Da wir beim Schneiden keine Rebstöcke zählen, sondern Rebzeilen, wurde nach den ersten beiden Zeilen aus Spaß ernst. Die ersten Blasen an den Händen wurden sichtbar und außerdem knurrte der Magen. Zeit für Middach. Für mich gab es Cola, Wurstsalat, Brötchen und als krönenden Abschluss Lebkuchen. Ich habe zum Glück noch eine der letzten Packungen im Supermarkt erwischt. Regale müssen ja schon bald für’s nächste Event geräumt werden. Mit dieser Arbeitseinstellung reichte uns der für das Abschneiden der Reben geplante eine Tag nicht.

Als uns das klar wurde, hörten wir ein bisschen früher auf und nahmen kurz vor der Dämmerung Bodenproben, um diese noch vor Ladenschluss ins Labor zu schaffen. Das Labor kann somit für uns den aktuellen Nährstoffgehalt bestimmen. Wichtig ist das natürlich nicht nur bei Neuanlagen. Auch bei unseren anderen Rebflächen lassen wir den Weinbergsboden analysieren, um die perfekte Nährstoffversorgung einstellen zu können. Trotzdem kommt dieser Analyse bei der Wiederbepflanzung besondere Bedeutung zu. Da es nämlich Nährstoffe gibt, welche sich schlecht im Boden „bewegen“ können, bietet sich nach der Rodung die Gelegenheit, solche Nährstoffe auch in tiefere Bodenschichten einzuarbeiten. Ist nämlich erst einmal die Rebanlage entfernt, kann der Boden mit großen Maschinen bearbeitet werden. Hierzu helfen uns die benachbarten Landwirte mit Ihren großen Traktoren und Spatmaschinen aus. Als nächstes stehen nun das Entfernen der Drähte, der Metallpfosten und der Rebstämme an. Dazu mehr in den nächsten Tagen.

Das könnte dich auch interessieren:

Neuanlage – Teil 1 – Die Planung

Weinberg Rodung Stammheim Wein von 3

Links: die kahlen Köpfe des zu rodenden Weinbergs

6. September 2016
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Anfang September: Ein Blick hinter die Kulissen

Während es vor den Kulissen im Weingut derzeit recht ruhig zuzugehen scheint, laufen hinter den Kulissen die Vorbereitungen für die Weinlese und diverse andere Tätigkeiten auf Hochtouren. Wir sind nämlich gerade dabei unser Weingut auf ein solideres Fundament für die Zukunft zu stellen. So ziehen wir zur diesjährigen Weinlese in einen neuen Ausbaukeller um, der groß genug ist, um unsere langfristig geplante Entwicklung auf etwa 10 ha Rebfläche zu ermöglichen. Auch neue Rebflächen kommen im kommenden Jahr hinzu. All das muss geplant und vertraglich abgewickelt werden. Neue Maschinen anzuschaffen gehört ebenfalls dazu, die dann noch mittels Spedition zu uns gelangen müssen. Währenddessen bastelt Heiko (in einem früheren Leben war er auch mal gelernter Elektriker bei der Bundeswehr) an der Elektronik und den Schläuchen für die Kühlung der Tanks im neuen Keller.

Das Leben eines Winzers ist nicht nur frische Luft inmitten herrlicher Landschaften. Das auch. Aber auch die Logistik im und aus dem Weingut heraus muss stimmen. Unsere erste Charge Kartonage (die Einzelkartons für die Flaschen und die „Deckel“ für die Sixpacks unten und oben) geht nun langsam aus. Wir müssen also einige Paletten davon bei der Papierfabrik, die das speziell für unsere Kartonage gefertigte Werkzeug hat, bestellen.

Was noch hinter den Kulissen läuft? Messebesuche vorbereiten: Stände buchen, Hotelzimmer in der Messestadt reservieren, Katalogeinträge überprüfen, Reisepläne machen…

Auch stecken wir oft unsere drei Köpfe zusammen, um weitere Entwicklungen zu planen. So ändern wir unser Lager- und Back Office Konzept, um den steigenden Weinmengen und dem damit verbundenen Work Flow gerecht zu werden. Die Neugestaltung unseres Verkaufsbereichs im Schloss ist danach der nächste Schritt.

Heiko hat seine Tätigkeit als Geschäftsführer eines Winzerkellers der Winzergemeinschaft Franken (GWF) zum Ende des vergangenen Monats aufgegeben und wird somit dem eigenen Weingut (und der Familie!) wieder stärker zur Verfügung stehen. Christian arbeitet in Teilzeit in einem benachbarten Weingut und ich habe ja das Schloss noch als Vollzeitjob. Dort bin ich gerade im Wettlauf mit dem Wetter und der nahenden Weinlese noch mit dem Buchsschnitt und dem Auftragen einer frischen Schicht Mainkies auf den Gartenwegen beschäftigt.

Gerade jetzt im Herbst mehren sich die Weinproben im Schloss (mit oder ohne Brotzeit, Schlossführung, Weinbergswanderungen etc. etc. je nach Lust und Laune unserer Weingutskunden und Hotelgäste).

Bald ist Weinlese!

Für die Weinlese, die bei uns voraussichtlich in der 3. Septemberwoche beginnen wird, legen wir nun alles zurecht. Die Leseboxen, in denen wir die Trauben nach der Handlese in möglichst kleinen Gebinden in den Keller zum Entrappen bringen, müssen gründlich gereinigt werden.

Verkostungsmöglichkeit am Sonntag

Am kommenden Sonntag, 11. September 2016, geht alles jedoch nochmal ganz gemächlich zu bei uns im Schloss. Und Ihr könnt dabei sein! Im Rahmen des Tages des offenen Denkmals sind wir drei nämlich von 11 bis 17 Uhr auch anwesend im Schloss mit unseren Weinen. Wer also auf ein Gespräch und zum probieren der Weine vorbei kommen möchte ist dazu herzlich eingeladen!

Wein von 3 Verkaufstasche Frankenwein

22. August 2016
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Was macht einen Wein vegan?

Trester - Wein von 3

Trester (Beerenschalen und Kerne nach dem Auspressen)

Ist Euer Wein vegan? Diese Frage bekommen wir in letzter Zeit immer öfter gestellt und prompt entsteht Stoff für einen neuen Blogartikel.

Vegan oder nicht vegan? Vorweg: Ich werde hier nicht die Sinnhaftigkeit von Ernährungsgewohnheiten bewerten, da jeder seine Gründe hat, warum er etwas tut, oder auch nicht tut. Wenn sich aber jemand dazu entschließt, keine tierischen Produkte mehr zu sich zu nehmen, dann ist die Frage, ob Wein vegan ist, natürlich berechtigt. Vor allem, weil es sich beim Wein nicht mehr um ein Rohprodukt handelt, wie beispielsweise einen Apfel. Wein ist das Endprodukt eines langen Herstellungsprozesses – und welcher Weintrinker weiß schon, welche Schritte hierfür notwendig sind. Um die oben gestellte Frage beantworten zu können, möchte ich hier einen kurzen Abriss über die Weinbereitung im Weingut aufzeigen, um an die Stelle zu gelangen, wo wirklich tierische Produkte zum Einsatz kommen können.

Nach der Lese werden die Trauben in den Keller gebracht, um den Saft aus den Trauben zu pressen. Das heißt, eigentlich ist es weniger ein Auspressen. Vielmehr werden bei diesem Vorgang die flüssigen von den festen Stoffen durch das Ausüben von Druck und Bewegung getrennt. Den Vorgang nennt man in der Fachsprache keltern und dauert in der Regel zwischen 2 und 3 Stunden. Diese Zeit ist in jedem Fall notwendig, da traubeneigene Pektine den Saft daran hindern abzulaufen. Erst wenn diese Verbindungen nicht mehr vorhanden sind kann der Saft sich von den festen Bestandteilen lösen. Hat man nun den Saft endlich im Fass, dann wäre hier die erste Stelle, wo in vielen Betrieben das erste Mal tierische Produkte zum Einsatz kommen.

1. Gerbstoffkorrektur:
Je nach Verarbeitung können sich mehr oder weniger unerwünschte Bitterstoffe aus den Kernen, Beerenschalen und Rappen (Stielen) lösen und in den Most (Saft) übergehen. Fügt man hier Eiweiß (meist Gelatine oder Kasein) hinzu, werden diese Bitterstoffe gebunden und können aus dem Most gefiltert werden.

2. Mostklärung:
Vor allem Großbetriebe nutzen hier die Möglichkeit der Flotation – ein Verfahren, um den Most zu klären. Auch hier ist der Zusatz von z. B. Gelatine notwendig, um die Trubstoffe im Most zu binden und um sie dann entfernen zu können.

3. Klärschönung:
Nach der Gärung ist der Wein noch sehr stark mit Hefe, welche für die Umwandlung von Zucker in Alkohol sorgt, durchsetzt. Um die Hefe schneller zum Absinken auf den Fassboden zu zwingen, besteht die Möglichkeit einer Klärschönung. Hier wird dem Most Gerbstoff und ein Eiweiß (Fischeier, Gelatine oder ähnliches) zugesetzt, um einen Klärungseffekt zu erreichen.

Natürlich werden vor der Abfüllung fast alle Zusätze wieder herausgefiltert. Trotzdem können davon noch Spuren im Wein zurückbleiben und müssen, wenn sie allergen sind wie z.B. Ei oder Milchprodukte, auch auf dem Etikett aufgeführt werden. Bei einem veganen Wein dürften diese Stoffe also nicht im Weinbereitungsprozess Verwendung finden.

Um nun Eure Frage nach unseren Weinen zu beantworten: Alle aktuellen Weine von Wein von 3 sind vegan, auch wenn es nicht auf unseren Etiketten explizit Erwähnung findet. Der Grund: Durch den schonenden Umgang (kein Pumpen oder Quetschen der Trauben) werden wenig Bitterstoffe aus den festen Traubenbestandteilen ausgelaugt. Somit reicht bei unseren Mosten eine kleine Gerbstoffkorrektur mit Sauerstoff. Für die Mostklärung lassen wir uns einfach Zeit. Nach ca. 18 Stunden Sedimentation können wir den sauberen Most von oben abziehen. Gleiches gilt auch für die Klärschönung im Wein. Wir geben den Weinen Zeit zur Selbstklärung und füllen nicht vor dem Mai im Folgejahr.

25. Juli 2016
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Vinocamp Franken

Vinocamp Franken 2016

Am Samstag waren wir – zu dritt – beim ersten regionalen Vinocamp in Franken (das deutschlandweite Treffen gab es ja bereits mehrmals in Geisenheim und im Jahre 2017 dann wieder in Neustadt/Weinstraße). Rund 25 Teilnehmerinnen waren es mit uns drei, die sich im Weingut Schenk in Randersacker trafen. Was (leider) nicht verwunderte: Es waren seitens der Weinmacher eigentlich nur Jungwinzer vertreten – wenn auch teilweise von renommierten Traditionsbetrieben. Die „alten Hasen“ blieben der Veranstaltung fern (vielleicht weil sie Facebook nicht verwenden, über das die Veranstaltung öffentlich gemacht wurde. Vielleicht meinen sie aber auch schon alles zu wissen, was schade wäre).

Ein „alter Hase“ des Weinhandels, der nicht nur anwesend war, sondern auch aktiv mit diskutierte: Martin Koessler (K & U Weinhalle). Als einer der Hauptsponsoren der Veranstaltung brachte er nicht nur Expertise und Finanzierung mit, sondern auch Wein. Eine der Sessions war so dem Chenin Blanc von der Loire gewidmet (vor allem aus Randersackers Partnerstadt Vouvray). Vielen Dank für die leckeren Weine und die aktive wie passive Unterstützung!

Schön, dass auch einige Sommeliers, Blogger und Weinjournalisten dabei waren. Martin Koessler wünschte sich für die Zukunft zudem mehr Teilnahme aus Handel und Gastronomie. Dem kann ich nur zustimmen. Nur wer regelmäßig über den eigenen Tellerrand hinaus schaut, kommt auch mal vor die Tür und voran… Der Punkt Teilnahme ist also noch ausbaufähig und kann nur von den künftigen Teilnehmerinnen selbst verbessert werden.

Ein Genuss war die Session mit Max Weigl von Sponsor patisserie.de der uns vier Nachspeisen kreierte (von edel minimalst und zuckerreduziert bis bombastisch). Dazu probierten wir zahlreiche Weine und diskutierten deren Eignung als Begleiter der ausgewählten Desserts.

Christian Deppisch aus Theilheim gab Einblicke in die Hintergründe des biodynamischen Weinbaus seines Demeter-Betriebs. Die Zeit war für eine wirkliche Diskussion der verschiedenen Aspekte von Nachhaltigkeit im Bioweinbau zu kurz, aber Christian bewies mit seinem überzeugenden Auftritt, dass biodynamische Winzer nicht alle esoterische Spinner sind, dass es sogar beim Verband Demeter eine ganze Spanne der Auslegungsmöglichkeiten der Biodynamik gibt (und dass man so auch hervorragende Weine erzeugen kann).

Die Session mit gereiften Frankenweinen ließ ich aus (mich schreckten schon die Bocksbeutel aus einer ebay Versteigerung mit ihren altertümlichen Etiketten aus den 1970er Jahren ab) und lauschte lieber Johannes Burkert von der LWG, der mit uns die Feinheiten der Spontanvergärung diskutierte. Dass es eine gute Idee gewesen war die Altwein-Session nicht zu besuchen zeigten die Gesichtsausdrücke von Christian und anderen, die frühzeitig aus dem anderen Raum zurück kamen… Aber es war sicherlich ein Versuch wert und ein Dank geht an den Organisator Hannes, der die Weine aufgetrieben hatte. Unsere fränkische Weinkönigin Christina Schneider ließ sich von den Weinen jedenfalls nicht abschrecken, denn sie postete sogar ein Foto ihres Favoriten aus der Probe: eine 1971er Scheurebe aus – sehr diplomatisch – dem Gastgeber-Ort Randersacker.

Zu den von Art of Chocolate gesponserten Schokoladen mit 38-80% Kakao-Anteil schmeckte eigentlich nur der von Martin mitgebrachte Sauerkirschwein aus Dänemark (ganz krasses Zeug!) oder der Pinot Noir des Hausherrn Thomas Schenk. (Nachtrag: Und der von Christian Ehrlich mitgebrachte – ich lüge nicht! – Bananenwein von den Kanarischen Inseln). Ich habe für mich persönlich mal wieder festgestellt: Weißwein und Schokolade geht gar nicht. Zumindest nicht zusammen verkostet. Das zwischendurch genommene grobkörnige Fleur de sel half etwas den Geschmack wieder zu neutralisieren…

Sommelier Sebastian Schütz moderierte zum Schluß die Session „Silvaner aus aller Welt“ bei der für Franken u.a. unsere beiden Silvaner (Silvaner und Baron) her halten durften und einige andere aus Rheinhessen, Nahe, Elsaß verkostet wurden.

Weitere Sponsoren waren Frankenbrunnen (Mineralwasser aus kleinen Flaschen in verschiedenen Graden an Spruutz), Gläser von RONA aus Selb und natürlich jede Menge Weine der anwesenden Winzer und Mitbringsel der Sommeliers und Weinjournalisten. Sicherlich habe ich einige vergessen oder mangels Informationen nicht genannt, aber das kann ja ggf. noch der Veranstalter ausbügeln… Hier die Seite zur Veranstaltung bei Facebook: https://www.facebook.com/events/1616404815337750/permalink/1633842140260684/

Ein Dankeschön vor allem an den Organisatoren Hannes Hofmann und den Hausherrn Thomas Schenk (und der Seniorchefin, die uns wohl die leckere Brotzeit bereitet hat). Das Vinocamp sollte meiner Meinung nach jährlich als Regionaltreffen in Franken wiederholt werden. Wer nicht kommt ist selber schuld.

13. Juni 2016
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Wie erkennt man Herbizideinsatz im Weinberg?

Herbizideinsatz in der Landwirtschaft, vor allem im Weinbau, ist umstritten (Stichwort: „Glyphosate“). Doch wie erkennt man, ob der Winzer seines Vertrauens das Pflanzengift eingesetzt hat?

Die folgenden zwei Bilder wurden am 9. Juni 2016 am Stammheimer Eselsberg gemacht. Im ersten Bild erkennt man den Einsatz von Herbiziden am abgetöteten Unterstockbereich. Das zweite Bild habe ich in unserem Silvanerweinberg gemacht wo wir, wie in all unseren Weinbergen nur per Hand oder maschinell (Rollhacke) den Bereich unter den Stöcken von „Begleitflora“ befreien.

 

Herbizideinsatz am Stammheimer Eselsberg

Herbizideinsatz am Stammheimer Eselsberg

Herbizidfrei am Stammheimer Eselsberg

Herbizidfrei am Stammheimer Eselsberg

 

13. April 2016
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Wie groß ist ein Hektar Rebfläche?

Weinberg Wein von 3 Zeilitzheim Stammheim

Ich werde bei Weinverkostungen oft gefragt, wie groß die Rebfläche ist, die wir bewirtschaften. Die Antwort ist ganz einfach: Derzeit sind es ca. 2,3 ha (Hektar). Dennoch merke ich, dass diese Information vielen nicht viel weiter hilft. Wer sich mit der Landwirtschaft nicht groß auskennt, ist es einfach nicht gewohnt Flächen in Hektar zu bemessen. Ich komme selbst noch manchmal ins Schleudern bei der Umrechnung von Flächen, gerade wenn zusätzlich zum Hektar noch Flächenmaße im Gespräch verwendet waren, die früher geläufiger waren (wie Ar oder Morgen). Hier also eine kurze Erklärung:

Ein Hektar (ha) ist eine Maßeinheit der Fläche, die 10.000 Quadratmeter umfasst (bzw. 100 Ar, das kleinere Flächenmaß von 100 Quadratmetern, also 10 x 10 Metern). Ein Hektar hat also eine Fläche von 100 mal 100 Metern.

Doch wie groß ist das im Vergleich zu anderen, vielleicht leichter vorstellbaren Maßen? Oft sagt man ein Hektar ist ungefähr so groß wie ein Fussballfeld. Meistens sind Fussballfelder jedoch etwas kleiner als ein Hektar. Laut Wikipedia ist das häufigste Maß eines Fussballfelds 68 x 105 Meter (gemäß FIFA- und UEFA- Standard), was 0,714 ha entspricht.

Verglichen mit älteren Flächenmaßen, die auf dem Land gerne noch verwendet werden, ist ein Hektar etwa 4 Morgen groß (auf Fränkisch: „Morch“). Schön ist auch die Bezeichnung „Tagwerk“, weil man sich gut vorstellen kann, welche Arbeit an einem Tag (auch flächenmäßig, je nach Arbeit) geleistet werden kann: Das Bayerische Tagwerk entspricht ungefähr einem Drittel Hektar bzw. man schafft den Hektar (angeblich) an drei Tagen. Ob das vom Ackerbau auf den arbeitsintensiven Weinbau zu übertragen ist, wage ich jedoch stark zu bezweifeln…

Ganz Franken hat rund 6.000 ha Rebfläche. Wir sind mit 2,3 ha Rebfläche also verhältnismäßig klein. Es gibt jedoch viele Winzer die, vor allem im Nebenerwerb und/oder zur Ablieferung an Winzergenossenschaften, Trauben auf noch viel kleineren Rebflächen anbauen. Die allermeisten fränkischen Weinbauern bewirtschaften jeweils unter 0,5 ha Rebfläche (2015 waren es laut Landesamt für Weinbau und Gartenbau, Link siehe unten, 2.264 von insgesamt 3.888 Weinbauern, also fast 60%). Zählt man diejenigen hinzu, die zwischen 0,5 und 1 ha Rebfläche bewirtschaften, sind es schon fast 74% aller fränkischen Weinbauern mit Rebflächen unter 1 ha. Mit unserer Fläche gehören wir zu den rund 18%, die eine Fläche zwischen 2 und 5 ha bewirtschaften.

Auch werden wir öfter gefragt, wie viele Rebstöcke wir haben. Nun, man könnte sie zählen. Einfacher ist es grob zu schätzen. Nach aktuellen Anbaumethoden (Stockabstand ca. 1,20+ m und Zeilenabstand 2 m) hat man auf einem Hektar Rebfläche ca. 4.000 Rebstöcke stehen. Bei älteren Anlagen mit 1,80 m Zeilenbreite können es auch ein paar Stöcke mehr sein, wobei es besonders dort auch öfter mal Ausfälle gibt (abgestorbene Reben). Bei 2,3 ha Rebfläche haben wir also ca. 9.000+ Rebstöcke auf gut drei Fussballfeldern Fläche.

Hintergrundinformationen:

Strukturdaten und Statistiken zum Weinbau in Franken (LWG): https://www.lwg.bayern.de/weinbau/weinrecht/066672/

3. April 2016
nach Alexander von Halem
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München, Schweinfurt, Zeilitzheim

Die letzten Tage waren wir drei viel auf Achse: München, Schweinfurt, Zeilitzheim… Und wir standen dort viel auf unseren Beinen. So ist das, wenn man seine Weine bei Veranstaltungen und auf Messen präsentiert.

Wein von 3 in der Kunsthalle in Schweinfurt

Wein von 3 in der Kunsthalle in Schweinfurt

Als erstes Fördermitglied des Kunstvereins Schweinfurt waren wir am Donnerstag bei einer ganz besonderen Ausstellungseröffnung mit unserem Wein dabei: Der Kunstverein eröffnete unter der Leitung seines Vorsitzenden Ralf Hofmann die von Dr. Joachim Haas kuratierte Ausstellung „Die freie Linie – Paul Klee und Ernst Ludwig Kirchner“, die noch bis 11. Mai in der Kunsthalle Schweinfurt zu sehen ist. Eine Besonderheit der Ausstellung war es, dass bei den Werken Paul Klees immer eine Vorzeichnung und eine daraus entstandene Lithographie oder Radierungen nebeneinander gezeigt wurden. Das hat es in der Form zuvor noch nicht gegeben. Wir freuten uns den über 250 erschienen Gästen unseren Silvaner und unseren Rotling Melusine einschenken zu dürfen und so auch neue Freunde des Weinguts gewinnen zu können.

Die 3 Weinmacher bei der Wein-Plus Convention in München

Die 3 Weinmacher bei der Wein-Plus Convention in München (Foto: Silvia Emmerich)

Gestern und heute waren wir dann mit einem Messestand auf der Wein-Plus Convention in München vertreten. Dort sahen wir viele der Besucher vom letzten Jahr wieder, von denen uns einige in der Zwischenzeit auch schon in Zeilitzheim besucht haben. Aber auch neue Freundschaften konnten wir schließen und nun gilt es in den kommenden Tagen die Weinbestellungen versandfertig zu machen. Aber auch die Gespräche und gegenseitigen Verkostungen bei den WinzerkollegInnen – vor allem denen aus Franken – waren nett und einsichtsreich. Es ist schön, wie offen gerade die jüngere Winzerschaft miteinander umgeht.

Bei allen Aussenterminen dürfen wir uns nun aber wieder verstärkt und abschließend dem Anbinden der Fruchtruten in unseren Weinbergen widmen. Bei den milden Temperaturen ist der Austrieb bzw. die Bildung der „Wolle“ um die jungen Knospen nicht mehr weit, die eine hohe Empfindlichkeit dieser mit sich bringt. Wir wollen mit dem Anbinden der Ruten noch vor dem Austrieb fertig werden… Das meiste haben wir bereits geschafft, aber nun ist Endspurt angesagt.

16. März 2016
nach Christian Werr
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ProWein 2016

Dieses Jahr waren wir (Alexander & Christian, Heiko ist gerade in den USA) zum ersten Mal auf der ProWein, eine der größten Internationalen Fachmessen für Wein überhaupt. Für uns als Winzer war es extrem spannend, gerade weil man sich neue Inspiration von Kollegen holen kann und so viele Weine probieren konnte, die man sonst nicht probiert. Dazu gleich mehr...
Los ging es mit dem Bus der Jungwinzer Franken. Start Sonntag Nacht um 4.15 Uhr in Volkach. War für mich persönlich schon extrem anstrengend da ich die Nacht zuvor bei einem Studienfreund in der Pfalz verbracht habe, wo wir den gesamten Keller durchprobiert haben. Also, die noch nicht abgefüllten Weine.
Die jüngeren der Jungwinzer und auch das alte Eisen begannen schon gegen 4.30 Uhr mit der ersten Weinverkostung im Bus. Um diese Uhrzeit mochte ich noch gar nicht so richtig an Wein denken. Allerdings bekam ich im Laufe der Zeit immer größere Lust zu Verkosten.
9.30Uhr in Düsseldorf. Etwas zu früh. Die Messe öffnet um 10 Uhr. 
Mir war von vornerein klar, dass die ProWein eine große Messe ist. Meine Erwartungen wurden bei weitem übertroffen.
Zum Glück hatten Alexander und ich uns klare Ziele gesteckt, was wir Verkosten wollen. Grüner Veltliner rauf und runter sollte es sein. Also direkt zu den Österreichern. Erst mal etwas orientierungslos hier und da durchprobiert. Nach dem 2ten Wein war die Idee erstmal nur GV zu probieren auch schon wieder verworfen. Da haben wir nämlich lecker Traminer, Chardonnay, Riesling und ähnliches entdeckt. Im Nachhinein war die Halle von Österreich die für mich am schönsten gestaltete.
Ich versuche mal zusammenzufassen was/wo wir genau probiert haben, was mir im Gedächtnis geblieben ist. Alexander meinte es waren wohl so an die 150 Weine über den Tag verteilt.
F.X. Pichler – Grüner Veltliner. 2 Verschiedene. Keine Ahnug was genau. Hab dort nur mal Probiert, weil ich noch nie F.X. Pichler im Glas hatte. Well…
Herbert Zillinger – Grüner Veltliner Weintalried und Radikal 2015. Großartig fanden wir hier den Traminer in Haiden aus 2014.
Bei der Gruppierung Junge Wilde Winzer haben wir bei Leopold Uibel diverse Traminer verkostet. Mein persönliches Highlight – Grüner Veltliner 14 End des Berges.
Über das Weingut Josef Fritz sind wir mehr oder weniger gestolpert. Hier hab ich gefunden, was ich geucht hatte: Grüner Veltliner Klassik 15, mit diesem typischen Pfeffrig frischem Geschmack den GV mit sich bringt. Hab ich bei den anderen Weingütern vergeblich gesucht. Die meisten waren eher die fruchtige Richtung und oft auch eher breit.
Weingut Lunzer. Hier sind wir über die schlicht und modern gestalteten Etiketten zum probieren gekommen. Veltliner, Sauvignon, Welschriesling waren die Highlights für Alexander. „Diese Frucht in der Nase, die sich bis auf die Zunge fortsetzt“.
Mehr bring ich gerade nicht zusammen.
Weiter gings über Italien nach Deutschland. In der Italien Halle haben wir nur schnell einen Wein probiert und wollten dann etwas Essen. Da fiel mir auf, dass ich mit 15 Euro im Geldbeutel eher schlecht für die Messe gerüstet war. Für ein Fleischpflanzerl im Brötchen für 7,50 € hat es dann aber gerade noch gereicht.
In Deutschland haben wir dann erstmal den Jungwinzerkollegen Hallo!“ gesagt die einen eigenen Stand hatten, haben hier und da Leute getroffen und auch wild geschöppelt. Folgendes bleibt mir im Gedächtnis:
Weingut Max Ferdinand Richter. Die ganze Kollektion. Trinkfluss pur. Ganz feiner Riesling von der Mosel. Eigentlich ein Witz, dass fast 90% davon Exportiert werden müssen, weil die Leute hier glauben Sie mögen keine Restsüßen Weine.
Immich Baterrieberg. Ganz Interessant und wir haben Gernot Kollmann mal persönlich kennengelernt, nachdem wir schon einige Zeit über Facebook verbunden waren. Überraschend für mich war, dass obwohl alle Weine spontan vergoren wurden, man ganz deutlich eine klare Linie erkennen konnte und die Aromen in der Nase oft so gleich waren. Vielleicht arbeitet da im Keller ja nur 1 Hefestamm.
Winepunk alias Marco Zanetti. Für mich DAS AhaErlebniss der ProWein. Und zwar sein Babyrousa. Orange Wine der schmeckt! Unfassbar! Super saftig, super sauber. Der Geruch wenn man im Herbst im Keller steht und gerade frischer Most von der Presse läuft. Stark!
Ziereisen. Wollte ich gerne mal probieren weil viele immer so von den Weinen schwärmen. 
4 Leute hinterm Stand von denen nur einer beschäftigt war. Haben uns nicht mit der Arschbacke angekuckt. Well…
Weiter gings über Portugal, Kalifornien, Frankreich.
In Portugal haben wir uns nett mit Filipe Teixeira Pinto von Herdade do Sobroso unterhalten, der uns in aller Ruhe sein Weingut beschrieben hat. Eben eine kleine Family Winery mit 650.000 Flaschen Jahresproduktion. 
Und irgendwo zwischen Portugal und den USA lief ein Mädel umher das fröhlich Schinken, Weissbrot und Olivenöl in einer offenen Verksotungszone verteilte. Man, war das lecker. Also, das Essen.
Der Abschuss zum Abschluss gegen 17 Uhr war aber dann Jackson Family Wines aus den USA. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon keine Lust mehr weiter zu probieren was man mir sicher auch ansah. Aber Alexander war wohl noch verkostungsfreudig. Der Vetreter dort sprach fliessend Deutsch.  Family Wines. „Ja also wir haben inzwischen 40 Weingüter auf der ganzen Welt“. Große Family also. Aber ganz großes Kino, das er sich ganz lang Zeit genommen hat, um uns alles zu erklären, obwohl er wusste, das wir nur ein paar kleine Winemaker sind und von uns kein Auftrag zu erwarten war. Profi eben. Er ging sogar in seine „Schatzkammer“, um uns von irgendeinem 2005er probieren zu lassen, dem der Weinpabst Robert Parker einst 100 Punkte gab und die Flasche 300 Dollar kostet. Ich versteh das Punkte Zeug nicht. Sicher, der Wein war gut. Aber 300 Euro. 100 Punkte? 
Abfahrt war 17.30 Uhr in Düsseldorf. Im Bett gegen 0.00 Uhr. Zum Glück musste ich Montag nicht arbeiten.
Alles in allem eine sehr schöne, spannende und anstrengende Messe. Das nächste Mal läuft sicher organisierter ab. Dann werden wir auch mal einige Fotos machen.