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Willkommen auf dem Weingutsblog.

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Alexander, Heiko, Christian

Goodbye Weinlese 2012

Von Heiko Niedermeyer / 21. November 2012

Es war spannend, lecker und vor allem lustig. Vielen Dank an alle fleißigen Helfer, die mit uns zusammen die 2012er Trauben in den Keller geschafft haben. Weinbau an sich ist ja keine leichte Arbeit, aber viel zehrender war der Schlafentzug. Der längste Arbeits“tag“ betrug 28 Stunden – zwar mit Pausen und leckerem Kaffee, aber ohne Schlaf. Um die Frage zu beantworten, warum wir uns die Arbeit nicht besser einteilen, werde ich hier versuchen, einen zusammengefassten Einblick in einen von mehreren Lesetagen geben.

Weinlese am 08.10.2012

Um 06:00 Uhr klingelt der Wecker. Draußen ist es noch dunkel und menschenleer. Richtig geschlafen habe ich aufgrund der Aufregung eh nicht. Hoffentlich kommen alle eingeladenen Helfer und hoffentlich funktionieren die Maschinen, wie Schlepper, Stapler, Abbeermaschine, Weinpumpe und Weinpresse, denn wir haben heute viel vor. Fällt eine dieser Gerätschaften aus, steht erst mal alles still.

Gelesen werden heute Kerner und Silvaner. Nach dem Frühstück pack ich mich dick ein, um bei 6°C die Lesebehälter (à 550 Liter) mit Spülmittel auszuwaschen. Dies mache ich immer direkt vor einem Lesetag, um sicher zu gehen, dass sich über Nacht nicht doch noch Unrat in den im Freien stehenden Lesebehälter angesammelt hat. Ich bin froh, dass es an diesem Tag so kalt ist. Warmer Traubensaft fängt sehr schnell an zu gären, was er natürlich erst am nächsten Tag soll. Warum das so sein soll, erkläre ich noch später.

Nachdem ich die sauberen Behälter auf den beiden Hängern drapiert und den Schlepper vorgespannt habe, rücke ich die Maschinen für die Traubenannahme in Position. Auch die Ausrüstung für die Lese selbst checke ich vorsichtshalber noch einmal – Eimer, Lesescheren, Handschuhe, Wasser zum Waschen und Handtücher. Kaum geschehen, trudeln auch schon die ersten Helfer gut gelaunt ein. 7:50 Uhr war ausgemacht und alle sind sie gekommen: Manfred., Gabi1, Gabi2, Hans., Thomas, Elisabeth, Erika, Rosalinde, Norbert, Tugce, Wolfgang sowie natürlich Alexander und ich. Christian fehlt, da er ja noch bis Mitte November sein Praktikum in Südtirol absolvieren muss.

Wie geplant startet die Lese im Silvaner um 08:00 Uhr. Etwas feuchter Boden macht die Sache für den Schlepper am steilen Silvaner allerdings etwas schmierig. Trotz Allradantrieb geht es nach 5m nicht weiter. Um den Weinbergsboden wegen den ungünstigen Bedingungen nicht unsinniger Weise platt zu fahren, entscheiden wir uns, die Trauben mit der Hand aus dem Weinberg zu tragen. Diesen Job übernehmen Thomas und ich. Der Vorteil an dieser Arbeit ist, dass wir trotz kühler Witterung nach den ersten 10 Minuten unsere Jacken ausziehen konnten.

10:40 Uhr: Der erste Weinberg ist geerntet und die gefüllten Leseboxen auf dem ersten Hänger verstaut. Genau der richtige Zeitpunkt für eine kleine Stärkung. Katalin von Halem ist gerade vorgefahren und packt Kaffee, Käsestangen und süße Stückchen aus. Auch wenn ich nun eigentlich mit der ersten Fuhre los müsste, lasse ich mich zunächst nicht vom Kaffee und dem Gebäck losreißen. Auch lieb gemeinte Scherze über Thomas‘ und mein schmerzverzerrtes Gesicht bringen mich nicht von dieser wohlverdienten Pause ab.

11:00 Uhr: Nun wird es aber Zeit. Aufbruchstimmung macht sich breit. Schließlich wollen noch zwei weitere Weinberge geerntet werden. Während sich Alexander und unsere Leser zum nächsten Silvaner aufmachen, schnappe ich mir die erste Fuhre, um diese im Keller zu verarbeiten. Im Keller angekommen leere ich die gefüllten Traubenbehälter in die Abbeermaschine. Diese zupft die Beeren vom Stielgerüst und spuckt dieses zu einer seperaten Öffnung aus. Diese so genannten Rappen werden nicht mehr benötigt und ich fahr sie später zur Kompostierung wieder zurück in den Weinberg. Die Beeren liegen nun im eigenen Saft und warten hier einige Stunden auf die Pressung. Grund: In den Schalen befinden sich ebenfalls viele Aromen. Durch diese Standzeit möchten wir zumindest einige davon extrahieren und hoffentlich auch im späteren Wein wieder finden.

Nun aber schnell wieder auf den Schlepper und ab zu den Anderen. Die waren in der Zwischenzeit wirklich fleißig. Gerade mal 13:00 Uhr und der zweite Silvaner ist auch schon gelesen. Obwohl diese Fläche im Vergleich zu heute Morgen doppelt so groß ist, sind nur wenige Behälter gefüllt – nicht überraschend, sondern durch Ertragsreduzierung im Vorfeld geplant. Christian würde sagen: „Das gibt geilen Premiumstoff“.

Meine Ankunft im Weinberg stößt auf wenig Interesse und die Helfer huschen an mir vorbei in die Kerneranlage. Mittlerweile steht auch die Sonne am Himmel und die angeleuchteten Beeren glänzen wie Gold. Ich schnapp mir also auch eine Schere, um auch den letzten Weinberg für heute zu ernten.

14:00 Uhr: Die Kernertrauben sind ebenfalls auf dem Hänger verstaut. An dieser Stelle hört für viele Weinbauern das Weingeschäft auf. Will man aber aus seinen Trauben selbst Wein machen, kann ein solcher Erntetag noch lange andauern. Alexander und alle Helfer satteln auf, um die wohlverdiente Brotzeit im Schloss zu genießen. Thomas und ich hingegen schnappen uns die Trauben und bringen diese ebenfalls in den Keller. Auch hier heißt es: Abbeeren, stehen lassen und danach unbedingt etwas essen. Mein Bauch knurrt schon.

Das Arbeiten im Keller besteht aus 80% putzen und aufräumen. Bis die erste Fuhre um 19 Uhr gepresst werden kann – wir erinnern uns an die Standzeit – mache ich mich also über das Putzen der Lesebehälter, Abbeermaschine, Scheren, Schlepper und Leseeimer.

18 Uhr: Die erste Fuhre wird mit Hilfe eines Drehkranzstaplers aufgeschüttet. Eine abendteuerliche Aktion. Viele Weinbaubetriebe pumpen die Maische auf die Presse, was sehr einfach und schnell geht. Um aber die Trauben zu schonen, kippen wir die gefüllten Behälter in einen selbst gebauten Edelstahltrichter, über die sie dann in die Presse rutschen sollen. Soweit der Plan. Da die Behälter fast genauso groß sind, wie der Trichter, ist dies Millimeterarbeit und der ein oder andere Tropfen flutscht dann doch vorbei. Thomas und Alexander sind mittlerweile wieder da und weisen mir die Richtung.

18:40 Uhr: Die Trauben aus dem ersten Weinberg sind auf der Presse. Nun wird der Saft von den Beerenschalen und Kernen getrennt und in einem Edelstahlfass verstaut. Hier bleibt nun der Saft ca. 12 Stunden, damit sich feste Bestandteile absetzen und dann am nächsten Tag vom sauberen Saft getrennt werden können. Würde schon jetzt die Gärung einsetzen, würde aufsteigende Kohlensäure das Absitzen verhindern.

Die Presse ist high-tech und ein Computer übernimmt hier die Steuerung. Somit haben wir wieder Zeit, die entleerten Behälter zu putzen und zu verstauen. Kaum ist das geschehen, beginnt die große Zeit des Wartens. Drei bis vier Stunden müssen wir nun für jeden Pressvorgang warten. Um 23:00 Uhr ist der erste Pressvorgang beendet und wir entleeren die Presse. Die Beerenschalen fahren wir ebenfalls zur Kompostierung in den Weinberg zurück. Als nun eingepieltes Team brauchen wir für die Entleerung und die Wiederbefüllung dieses mal nur noch eine knappe Stunde.

02:30 Uhr: Die zweite Presse ist fertig. Also wieder entleeren und befüllen. Mittlerweile plagen die ersten Ermüdungserscheinungen. Kaffee muss her. Da Alexander am nächsten Tag wieder im Schloss gebraucht wird, zieht er sich nach der Befüllung der letzten Presse zur wohlverdienten Bettruhe zurück.

06:30 Uhr: Die dritte Presse ist fertig. Ein letztes Mal entleeren und dann natürlich wieder putzen. Nach 25 Stunden kann das ansonsten harmlose Putzgeschäft richtig hässlich werden. Zum Beispiel, wenn einem der Wasserschlauch durch Unachtsamkeit mitten ins Gesicht sprüht und mindestens die gleiche Wirkung wie zwei Tassen Kaffee hat.

10:00 Uhr: Es ist vollbracht! Nun nichts wie raus aus den nassen Klamotten, ab auf’s Motorrad und heim in’s warme Bett, bevor um 17 Uhr  wieder der Wecker geht, um mich daran zu erinnern, den nun sauberen Saft vom Trub (Satz) abzuziehen.

Trauben in die Presse füllen

Kennt Ihr den Esel-Karotten-Trick?

Von Heiko Niedermeyer / 4. Oktober 2012

Das Ziel immer vor den Augen, aber doch noch so fern.

Da liegt er nun, unser Rotwein:

Zurzeit gärt er auf der Maische, welche mehrmals täglich untergestoßen werden muss (siehe Bild). Ich denke, dass wir ihn in ca. 2 Wochen schon abpressen können. Richtig trinkreif wird er aber erst in 2 Jahren sein. Für mich und auch für Euch heißt es also warten, warten, warten… Um die Vorfreude noch etwas zu steigern, hier ein paar Erntedaten:

101° Oechsle, Hektarertrag ca. 40 hl/ha, 5,9 g/l ges. Säure – ich glaub das wird ein Knaller.

Immervoll!

Von Alexander von Halem / 4. Oktober 2012

Ja, das Wort „Immervoll“ ist natürlich im Zusammenhang eines Weingutes etwas lustig, aber damit ist jetzt gar nicht gemeint, was Ihr wieder denkt. Heiko, der im Keller derzeit gut beschäftigt ist, braucht für unseren Wein mehr Platz. Wir besorgten uns daher noch ein „kleines“ Fass. Einen Immervoll-Edelstahltank.

Warum der Tank Immervoll heißt, wo wir den Wein doch irgendwann mal (wann genau erfahrt Ihr natürlich hier im Blog) abfüllen werden? Ganz einfach: Diese Fässer haben einen Deckel, der sich in das Edelstahlfass hinab senken lässt und durch Aufpumpen der Abdichtung am Rand fest und somit luftdicht befestigen lässt. Somit kann man auch bei variablen Weinmengen immer dafür sorgen, dass im Fass keine ungewollte Luft und somit Sauerstoff vorhanden ist.

Das Abholen des Edelstahltanks war schon ein kleines Abenteuer in sich: Mit der Fahrer Mainfähre setzten wir bei windig regnerischem Wetter über den Main nach Kaltenhausen, wo der Kellereibedarf Emil Dornauer eine Zweigstelle hat, wo uns Dominik Dornauer bediente. Das Fass hat also schon so eine viertel Seemeile auf dem Buckel!

Nächste Woche geht die Weinlese übrigens weiter!

Immervolltank

Fähre Fahr

Herbstimpressionen von Oben

Von Alexander von Halem / 2. Oktober 2012

Meine Freunde Frank Tonat und Johannes „Joe“ Stumpf haben eine Lizenz zum Fliegen und nutzen diese auch. Kürzlich haben sie mit ihrem Flugrobotor „Günther“ (seinen Namen erhielt das High-Tech Gerät in unserer Schweinfurtundso Sendung vom 27. Juni 2012) einen eindrucksvollen Film aus den Weinbergen um Volkach gemacht. Seht selbst!

Vimeo

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Herbstmorgen im Weinberg from flightrobotix on Vimeo.

Links:

Flightrobotix (man kann dort solche Filme in Auftrag geben): http://www.flightrobotix.com/

Schweinfurtundso Sendung mit Frank und Joe: http://schweinfurtundso.de/schweinfurtundso-folge-56-frank-tonat-und-johannes-stumpf-gunther-im-failsafe

Die erste Weinlese steht an

Von Alexander von Halem / 18. September 2012

In der Lokalzeitung erschien heute ein Artikel des Zeilitzheimers Dominik Dorsch zur bevorstehenden Weinlese. Unser Weingut Barockschloss fand darin natürlich auch Erwähnung, als einziges darin genanntes Weingut mit Link (es hat ja auch niemand sonst in der Region ein Weblog, das Besucher hinter die Kulissen schauen lässt).

Im Artikel heißt es u.a.:

Seine erste Ernte überhaupt fährt heuer das neu gegründete Weingut „Barockschloss“ ein. Die drei Inhaber Heiko Niedermeyer, Christian Werr und Alexander von Halem begannen schon weit vor der offiziellen Firmengründung im März dieses Jahres mit den Arbeiten in ihren Weinbergen in der Lage „Stammheimer Eselsberg“. Dies habe sich nun ausgezahlt, wie Alexander von Halem zu berichten weiß.

Nach den letzten Kontrollen sind die drei mit dem Reifeprozess der Trauben sehr zufrieden. In ihrem Blog (weingut-barockschloss.de) schreiben die frisch gebackenen Weingutsbesitzer immer wieder über getane Arbeit sowie über das weitere Vorgehen und Pläne rund um ihren Weinbetrieb. Von Frost im Mai sei man verschont geblieben, zudem hätten sie, um Sonnenbrand zu vermeiden, in gefährdeten Lagen die Weinstöcke nur leicht entblättert, sagte Heiko Niedermeyer, der ursprünglich aus Stammheim kommt.

Nicht selbstverständlich ist auch, dass die Trauben im Weingut Barockschloss noch per Hand geerntet werden. „Wir planen eine Jahrgangspräsentation am 26. Mai 2013, wobei die in Eichenfässern ausgebauten Weine natürlich erst in zwei Jahren zur Verfügung stehen werden“, so die Verantwortlichen des Weingutes.

Aber lest selbst den vollständigen Artikel bei der Mainpost: http://mobil.mainpost.de/regional/art769,7027703

Die Trauben reifen

Unsere Barriquefässer sind da!

Von Alexander von Halem / 6. September 2012

Heiko mit den neuen FässernEigentlich hieß es ja sie seien noch nicht lieferbar. Aber heute wurden sie ins Weingut Barockschloss geliefert, unsere Eichenfässer. Christian wird irgendwann mal Näheres zu den Fässern schreiben. Vielleicht auch erst wenn er aus Südtirol zurück ist. Hat ja alles Zeit, denn der Wein, sind die Trauben erst einmal gelesen, wird noch viel Zeit im Holz verbringen. Heiko und ich freuten uns jedenfalls über die Lieferung und schleppten also schon mal fleissig Fässer. Der Barriquekeller unter’m Schloss bekommt dann noch einen Grobputz und Minimalstmöblierung bevor wir die Fässer auspacken und wässern.

der countdown läuft.

Von Heiko Niedermeyer / 5. September 2012

hallo fangemeinde,

die sonne scheint, die trauben werden immer süßer und die finger allmählich nervös. natürlich kommt es noch aufs wetter in den nächsten tagen an, aber voraussichtlich beginnt die lese in ca. 2 wochen. ich hoffe mal, dass die berechnungen stimmen, denn wie ihr wisst ist christian noch in südtirol unterwegs und alexander wird ab freitag für eine woche zur weinmesse nach china reisen. sollte die lese also früher beginnen, dann… don’t paint the devil on the wall 😉

 

bis jetzt lief ja alles reibungslos und wir sind stolz auf unseren ersten traubenjahrgang. sind die trauben erstmal im keller, dann kann ja nicht mehr viel passieren. das wetter ist vor allem in den letzten paar wochen ein risikofaktor. setzt z.b. starker regen ein, dann werden die beeren so groß, dass sie aufplatzen können und faulen. bleibt überwiegend die sonne am himmel, dann werden sie saftig und aromatisch, was man im späteren wein merklich schmecken wird. im moment deutet sich auf jeden fall ein spitzenjahrgang an und ich freu mich schon auf das erste glas.

Zwei Stadtmädels in unseren Weinbergen

Entwicklungshilfe in Südtirol

Von Christian Werr / 28. August 2012

Jetzt bin ich schon eine ganze Woche in Kaltern (Südtirol), höchste Zeit für einen ersten Bericht!
Angereist bin ich ja bei glühender Hitze. Endlich angekommen konnte ich aber in meinem Zimmer auch nur Abkühlung unter der Dusche finden, denn selbst nachts ist es auch drinnen irre warm. Untergebracht bin ich in einem kleinen Zimmer in der Kellerei, ungefähr 3 km vom See entfernt mitten in Kaltern, umgeben von Bergen.

Die erste Woche hier in Kaltern war sehr gut! Hier arbeiten wirklich fähige Leute und ich kann jetzt schon sagen, dass ich hier viele neue Dinge lernen werde, die ich später im eigenen Weingut sicher gut gebrauchen kann. Also sollte die Überschrift eigentlich heissen: Entwicklungshilfe aus Südtirol.

Neben dem normalen Arbeitsalltag wird einem das Leben durch allerlei kulinarische Genüsse verschönert. Gegessen wird mindestens einmal am Tag gemeinschaftlich, da geht es dann zu jeder Mittagspause in den Gasthof Schwarzer Adler, wo wir dann Salat, eine Vorspeise und ein Hauptgericht bekommen. Der Espresso nach dem Essen darf da natürlich nicht fehlen. Und er ist gut!

Außerdem hatte ich schon einen super Grillabend inklusive Whiskyprobe beim stellvertretenden Kellermeister und eine dreistündige Verkostung in der Kellerei (wird hier betriebsintern öfter für Mitarbeiter gemacht um Sie fortzubilden, was ich persönlich für ne super Sache halte) mit anschließendem Pizzaessen um 22.30 Uhr. Ja hier wird später gegessen.

Ich habe den Betrieb und die Leute schon einigermaßen gut kennengelernt. Alle super drauf hier! Man ist sofort mit jedem per Du, selbst mit dem Chef, was von Anfang an ein gutes und entspanntes Arbeitsklima schafft.

Die Arbeit in so einer großen Genossenschaft bringt ziemlich viel Neues für mich mit, da ich ja ursprünglich im Weingut Bickel-Stumpf, also einem kleinen Familiengeführtem Weingut, den Beruf des Weinküfers, gelernt habe.

Hier ist eben alles etwas größer. Die Tanks, die Filter und alle anderen Geräte. Gearbeitet wird hier über 3 Etagen auf denen die verschiedenen Weine ausgebaut werden. Von der ersten Woche hatte ich ziemlich Muskelkater durch das ständige Treppe rauf, Treppe runter.

Kaltern hab ich mir auch schon ein bisschen angeguckt. Ich war jetzt am Wochenende am See, der sehr schön ist. Musste allerdings feststellen, dass das hier anders ist als bei uns. Der See ist ziemlich abgeschirmt. Um dort zu liegen muss man entweder Gast in einem der anliegenden Häuser sein, oder man bezahlt für das Vergnügen an einem der Badeplätze. Von ganz oben auf dem Berg hat man eine herrliche Aussicht über den See, die Weinberge und das schöne Südtirol! Wer trainiert ist, kann die Berge natürlich zu Fuß erklimmen, es gibt aber auch die Möglichkeit eine Seilbahn zu nehmen oder mit dem Auto bis ganz nach oben zu fahren.
Ich für meinen Teil habe mutig zu Fuß begonnen, aber dann recht schnell beschlossen, dass das bei dieser Affenhitze unmöglich ist, bin dann mit dem Auto hoch und habe mir dort ein Mittagessen mit Panoramablick gegönnt.

Vorerst wird es allerdings jetzt keine Zeit für Freizeitunternehmungen mehr geben. Für die nächsten 4-5 Wochen wurde mir Durcharbeiten angekündigt, auch Samstags und Sonntags und meist bis spät nachts. Das war’s dann mit der schönen Aussicht 🙂

Hier geht es nämlich mit der Lese los! Das bedeutet rund 300 Hektar möchten gelesen, verarbeitet und in Fässer eingelagert werden. Ich wurde zum Kellerdienst eingeteilt, da dies ja mein Hauptaufgabenbereich ist. Die ersten Grauburgunder sollen wohl schon am Donnerstag hier eintreffen.

Da wird die Lese in den Barockschloss Weinbergen wohl etwas beschaulicher. Allerdings vermiss ich die eigenen Träubli! Aber laut Statusbericht von Heiko soll es ja insgesamt sehr gut aussehen, was mich mehr als freut, nach einem Jahr anstrengender Arbeit. Vielleicht klappt’s zwischendurch, ansonsten melde ich mich wieder nach der „Intensivphase“ mit ausführlichem Bericht.

Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt was die nächsten Wochen mit sich bringen werden!

Bis dann und viele Grüße aus Südtirol!

Von Pilzen, Mikroorganismen und blutenden Herzen

Von Christian Werr / 13. August 2012

Ich darf mich ganz kurz vorstellen. Christian. Der Dritte und Jüngste im Bunde. Gelernter Weinküfer und angehender Önologe, angehend weil ich noch im 7. Semester Weinbau in Geisenheim studiere. Ziel: Wein An- und Ausbau im Weingut Barockschloss zu managen.

Die letzten 3 Tage haben Heiko und ich unter der künstlichen Sonne verbracht. Also im Weinkeller. Heiko wurde nämlich schon leicht nervös wegen der anstehenden Ernte. Also hatten wir uns vorgenommen, den Weinkeller mal so richtig auf Vordermann zu bringen. Alle Tanks wurden aufs gründlichste zuerst mit Lauge gespült, um den Weinstein vom letzten Jahrgang zu entfernen. Dann gab ich den Befehl zum zerlegen der Tanks. Das heisst, alles was eine Schraubverbindung hat, wurde abgebaut. Danach wurde alles mit Wasserschlauch und Bürste bearbeitet. Denn wenn solche Feuchträume mal eine ganze Weile nicht benutzt werden sammeln sich dort ne ganze Menge Mikroorganismen und Pilze in allen Ecken und Ritzen. Die Kleinteile wurden über Nacht in ein Laugenbad eingelegt und am nächsten Tag gründlich mit Wasser gespült. Hygiene im Keller ist nämlich oberstes Gebot, ansonsten hat man ruck zuck irgendwelche Fehltöne im Wein.

Das wird für mich wohl auch eine meiner letzten Arbeiten für dieses Jahr im Weingut gewesen sein. Zumindest im eigenen. Im Rahmen meines Studiums muss ich nämlich noch ein Praktikum absolvieren. Dazu verschlägt es mich ab nächster Woche für 3 Monate an den wunderschönen Kalterer See in Südtirol. Dort werde ich mein Praktikum in der Kellerei Kaltern machen. Barockschloss zum Arbeitsbesuch in Südtirol wenn man so will. Einerseits freue ich mich natürlich auf diese Erfahrung, andererseits blutet mir beim Gedanken daran das Herz, da ich unsere erste eigene Ernte verpassen werde. Arrrrgggh. Trotzdem kann ich ruhigen Gewissens gehen, da bei Heiko ja alles in guten Händen ist, er hat ja auch schon 8 Jahre Weinbauerfahrung und bekommt tatkräftige Unterstützung von Alexander.

Sollte sich die Möglichkeit ergeben werde ich natürlich ab und an aus Südtirol berichten. Vorrausgesetzt ich hab dort ein wenig Freizeit und Anschluss an das www.

Grünlese

Von Alexander von Halem / 30. Juli 2012

Wir haben heute mit der Grünlese begonnen. Das heißt, dass wir im Sinne einer Ertragsregulierung und somit Qualitätsverbesserung bei den hängen gelassenen Trauben, unreife, wenn auch schön entwickelte Trauben raus schneiden. Wir reduzieren somit also bewusst den Ertrag, um eine bessere Qualität durch höhere Mostgewichte zu erzielen.

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