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Willkommen auf dem Weingutsblog.

Hier versuchen wir Euch mit den aktuellsten Geschehnissen im Weingut und Weinberg auf dem laufenden zu halten.
Wir freuen uns über Kommentare und Anregungen zum Blog und was Euch so interessiert.
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Alexander, Heiko, Christian

Weinlese – Keller – Termine

Von Alexander von Halem / 24. Oktober 2017

Vor lauter Weinberg, Weinlese und Keller haben wir es versäumt euch im Blog auf dem Laufenden zu halten. Das korrigiere ich hiermit sofort!

Fragt man Winzer, ob es ein gutes Weinjahr ist, sagen alle fast immer: Ja. Und das obwohl dieselben Winzer, die beschwören es sei wieder ein Top-Weinjahr, die gleichen sind, die im Mai schon ihrer zukünftigen Ernte nachtrauerten, weil der Frost sie so hart getroffen habe, im August schwörten der Hagel habe sie um den Rest gebracht und während der Weinlese klagten die Fäulnis würde wohl keine Trauben mehr übrig lassen. Jetzt, nach der Lese, freuen sich alle über die guten Erntemengen (dass es teilweise Übermengen sind muss dabei ja nicht erwähnt werden) und loben die guten Qualitäten und Reife des Leseguts.

Und wie war es bei uns im eigenen Weingut? Geschimpft haben wir nicht, wenngleich auch wir in manchen Lagen vom Spätfrost erwischt wurden. Bis zu 20-30% Frostschäden bedeuteten jedoch, dass es in diesen Lagen später nach dem Austrieb weniger Triebe auszubrechen gab. Mittelfristige Auswirkungen hinsichtlich des sanften Rebschnitts (etwaige abgefrorene Triebe, die für kommende Jahre die Fruchtrute bilden sollen) sind noch nicht ganz abzusehen, aber es sieht gut aus. Eine Lage Dornfelder wurde bei einem Sturm vom Hagel heimgesucht, was jedoch glimpflich ausging. Womit alle Winzer der Region in diesem Jahr zu kämpfen hatten war Essigfäulnis. Bei uns war der oben bereits genannte Dornfelder, den wir zusammen mit Müller Thurgau und/oder Kerner für Rotling verwenden, davon betroffen. Dank der Lese per Hand und rigorosem Ausschneiden von Essigfäule betroffener Trauben (man sah bei der Lese am Boden mal mehr Trauben, als im Leseeimer) konnten wir diesem potentiell den Geschmack negativ beeinflussenden Faktor beikommen. Vorsichtshalber ließen wir im Labor die flüchtige Säure des Dornfeldermosts messen: Die sorgfältige Lese bedeutete, dass wir mit einem Wert von 0,26 g/l noch in einem vertretbarem Rahmen waren.

Und wie ist es mit der Reife und Qualität? Gut. Wirklich. Aber unseren „großen“ Rotwein Fuchs vB, den wir für 2017 wieder angestrebt hatten, können wir nicht machen. Ein Spitzenwein geht halt nur in einem Spitzenweinjahr.

Kurz gesagt: Es war eine sehr frühe (wir begannen am 8. September) und auch kurze Weinlese (wir endeten am 30.9., was sonst schon bis Mitte Oktober ging). Aber somit konnten wir die Trauben bei guten, wenn auch nicht Spitzenqualitäten in den Keller retten. Diese Weine reifen nun und gären zum Teil auch noch.

Nach der Lese stand dann Mitte Oktober das Pressen der vergorenen Rotweinmaische an. Parallel dazu habe ich Silvia Kirchhof (Chansonsängerin und Schulfreundin aus Gerolzhofen) bei einem Videodreh in Weinberg und Keller als Winzer-Komparse assistiert (Details folgen…).

Danach der obligatorische und gründliche Kellerputz. Am vergangenen Samstag dann die Abfüllung der letzten 2016er Weine aus dem Keller, weil die abgefüllten Bestände schon zur Neige gehen. Vom Rotling sind nach jetzigem Stand noch 53 Flaschen übrig, mit Nachschub ist leider erst mit dem 2017er Jahrgang ab ca. März/April zu rechnen…

Der Herbst ist auch Zeit der Weinproben. An manchen Tagen hatten wir bis zu drei Weinproben an einem Tag im Schloss. Zum Glück sind wir zu dritt! Am kommenden Freitag sind wir mal wieder mit Wein bei unserem Freund Ludwig Fischbach vom Restaurant Einfach KuK in Schweinfurt zu Gange bei „Obstler, Wein und fränkische Tapas“ (LINK) Zu den Tapas von Ludwig serviert die Brennerin Franziska Bischof Brände und Christian und ich haben einige unserer Weine im Gepäck.

Am Wochenende dann weitere Weinproben im Schloss und am darauf folgenden Wochenende sind Christian und ich in Düsseldorf auf dem Wine & Taste Festival. Für dieses haben wir noch ein paar Freikarten (jeweils für 2 Personen, als PDF per E-Mail) zu vergeben. Wer zuerst kommt…

Im November dann noch der Weihnachtsmarkt im Schloss (Verkostungsmöglichkeit!) und dann wird es erst einmal wieder etwas ruhig. Ruhig ist hier natürlich relativ gemeint, weil wir in diesem Jahr noch einmal einen Weinberg roden, um diesen im Frühjahr neu zu pflanzen. Die Natur. Ein ewiger Kreislauf… Spannend!

Was macht einen Wein vegan?

Von Heiko Niedermeyer / 22. August 2016
Trester - Wein von 3
Trester (Beerenschalen und Kerne nach dem Auspressen)

Ist Euer Wein vegan? Diese Frage bekommen wir in letzter Zeit immer öfter gestellt und prompt entsteht Stoff für einen neuen Blogartikel.

Vegan oder nicht vegan? Vorweg: Ich werde hier nicht die Sinnhaftigkeit von Ernährungsgewohnheiten bewerten, da jeder seine Gründe hat, warum er etwas tut, oder auch nicht tut. Wenn sich aber jemand dazu entschließt, keine tierischen Produkte mehr zu sich zu nehmen, dann ist die Frage, ob Wein vegan ist, natürlich berechtigt. Vor allem, weil es sich beim Wein nicht mehr um ein Rohprodukt handelt, wie beispielsweise einen Apfel. Wein ist das Endprodukt eines langen Herstellungsprozesses – und welcher Weintrinker weiß schon, welche Schritte hierfür notwendig sind. Um die oben gestellte Frage beantworten zu können, möchte ich hier einen kurzen Abriss über die Weinbereitung im Weingut aufzeigen, um an die Stelle zu gelangen, wo wirklich tierische Produkte zum Einsatz kommen können.

Nach der Lese werden die Trauben in den Keller gebracht, um den Saft aus den Trauben zu pressen. Das heißt, eigentlich ist es weniger ein Auspressen. Vielmehr werden bei diesem Vorgang die flüssigen von den festen Stoffen durch das Ausüben von Druck und Bewegung getrennt. Den Vorgang nennt man in der Fachsprache keltern und dauert in der Regel zwischen 2 und 3 Stunden. Diese Zeit ist in jedem Fall notwendig, da traubeneigene Pektine den Saft daran hindern abzulaufen. Erst wenn diese Verbindungen nicht mehr vorhanden sind kann der Saft sich von den festen Bestandteilen lösen. Hat man nun den Saft endlich im Fass, dann wäre hier die erste Stelle, wo in vielen Betrieben das erste Mal tierische Produkte zum Einsatz kommen.

1. Gerbstoffkorrektur:
Je nach Verarbeitung können sich mehr oder weniger unerwünschte Bitterstoffe aus den Kernen, Beerenschalen und Rappen (Stielen) lösen und in den Most (Saft) übergehen. Fügt man hier Eiweiß (meist Gelatine oder Kasein) hinzu, werden diese Bitterstoffe gebunden und können aus dem Most gefiltert werden.

2. Mostklärung:
Vor allem Großbetriebe nutzen hier die Möglichkeit der Flotation – ein Verfahren, um den Most zu klären. Auch hier ist der Zusatz von z. B. Gelatine notwendig, um die Trubstoffe im Most zu binden und um sie dann entfernen zu können.

3. Klärschönung:
Nach der Gärung ist der Wein noch sehr stark mit Hefe, welche für die Umwandlung von Zucker in Alkohol sorgt, durchsetzt. Um die Hefe schneller zum Absinken auf den Fassboden zu zwingen, besteht die Möglichkeit einer Klärschönung. Hier wird dem Most Gerbstoff und ein Eiweiß (Fischeier, Gelatine oder ähnliches) zugesetzt, um einen Klärungseffekt zu erreichen.

Natürlich werden vor der Abfüllung fast alle Zusätze wieder herausgefiltert. Trotzdem können davon noch Spuren im Wein zurückbleiben und müssen, wenn sie allergen sind wie z.B. Ei oder Milchprodukte, auch auf dem Etikett aufgeführt werden. Bei einem veganen Wein dürften diese Stoffe also nicht im Weinbereitungsprozess Verwendung finden.

Um nun Eure Frage nach unseren Weinen zu beantworten: Alle aktuellen Weine von Wein von 3 sind vegan, auch wenn es nicht auf unseren Etiketten explizit Erwähnung findet. Der Grund: Durch den schonenden Umgang (kein Pumpen oder Quetschen der Trauben) werden wenig Bitterstoffe aus den festen Traubenbestandteilen ausgelaugt. Somit reicht bei unseren Mosten eine kleine Gerbstoffkorrektur mit Sauerstoff. Für die Mostklärung lassen wir uns einfach Zeit. Nach ca. 18 Stunden Sedimentation können wir den sauberen Most von oben abziehen. Gleiches gilt auch für die Klärschönung im Wein. Wir geben den Weinen Zeit zur Selbstklärung und füllen nicht vor dem Mai im Folgejahr.

Rotwein ist fertig!

Von Christian Werr / 12. September 2014
Nun ist es also soweit. Mit Stolz dürfen wir unseren ersten Rotwein präsentieren. Den Fuchs v.B. des 2012er Weinjahrgangs. Der Fuchs durfte nach 4 wöchiger Maischegärung 18 Monate im feinstem französischem Eichenfass reifen und zeigt sich nun in einem tiefen Violett mit schweren Aromen von dunklen Beeren in der Nase und würzigen, schokoladigen Noten am Gaumen und auf der Zunge.
Dass uns so ein komplexer und für Franken sehr untypischer Rotwein gelungen ist, macht uns besonders glücklich. Den Fuchs werden wir auch nur in besonderen Jahrgängen ausbauen. Da muss das ganze Jahr über alles stimmen, sodass die Trauben zur Lese komplett gesund und vollreif sind.

Rotweinfleck

Wir haben vorerst nur ein Fass (225 Liter) also rund 250 Flaschen abgefüllt, da wir mit zwei verschiedenen Holzfässern gearbeitet haben. Auf der Flasche ist jetzt der Wein aus einem sehr feinporigen französichem Eichenfass, bei dem das Holz eine 3-jährige Lagerung erfahren hat und eine mittlere Toastung (also wenn man so will, den Level der Röstung). Der Wein in diesem Fass hat sich viel schneller entwickelt als in der anderen Fassart, in der sich der Wein noch wesentlich kantiger zeigt, also noch ein paar Monate reifen muss. Absolut faszinierend, was ein anderer Fasstyp für Auswirkungen auf ein und den selben Wein hat.
Bei unserer Wine & Cheese Veranstaltung Ende April gab es auch schon eine kleine Fassprobe für unsere Gäste. Kaum jemand hätte wahrscheinlich einen deutschen Rotwein im Glas vermutet. „Schmeckt irgendwie ausländisch“ hiess es. Wir nehmen das einfach mal als Kompliment.
Alexander hatte gestern bei seinem Podcast Schweinfurtundso Kristina Pfisterer von der Weinhandlung s´Türmle in Schweinfurt zu Gast. Dort wurde unser Rotwein auch schon live probiert. Sendung hören:
Den Fuchs v.B. gibt es neben unseren anderen Weinen ab sofort zu bestellen. telefonisch, per email, Bestellformular oder auch über Facebook.
Wer probieren möchte zuschlagen. 1/5 der Flaschen ist bereits vergriffen.
Und damit verabschieden wir uns vorerst in die Lese! Nächste Woche gehts los!

Vom Wein, der Ernte und Weihnachten!

Von Christian Werr / 21. November 2013

Es wird Zeit. Wir haben den Blog vernachlässigt. Skandal. Das hatte aber auch einen Grund. Oder eher einige Gründe. Es war nämlich „mords was los“ in letzter Zeit. Sowohl privat als auch geschäftlich. Das Private ist schnell erzählt. Heiko baut von den Millionen die wir schon verdient haben ein Haus, Alexander ist weiter fleissig im Schlosshotel zu Gange und hat seit September nochmal Nachwuchs bekommen. Und ich bin halbtags noch in einem anderen Weingut beschäftigt. Irgendwo muss das Geld am Anfang ja her kommen.

Geschäftlich war da zum einen natürlich die Weinlese. Wir haben glaube ich alles gegeben um wieder fabelhafte Weine auf den Tisch zu bringen. Inzwischen sind fast alle Weine komplett vergoren und man kann schon etwas erahnen. Der Wolf jr. und die Melusine haben wieder großartige Fruchtaromen. Silvaner und Riesling stehen am Ende der Gärung und der Baron (bereits im Barriquefass) ist noch mittendrin. Gerade dort hab ich ganz andere Aromen erwartet. Aber wenn es gerade mal Blub macht im Gärstopfen, dann riecht es wunderbar fruchtig. Ob da was hängen bleibt bis er im April fertig ist? Wir werden sehen.

Baron13

Hier rumort er jedenfalls gerade. Und heute kommt dann auch unser Rotwein in seine Barriquefässer, in denen er dann die nächsten 2 Jahre reifen wird.

Laut Weingesetz ist ein Hektarhöchstertrag von 90 Hektolitern, also 9000 Liter je Hektar erlaubt. Wir erinnern uns kurz an das vergangene Jahr zurück. Zuerst hat es laaaange geregnet. Die Vegetation der Reben lag Mitte des Jahres um ca. 3 Wochen zurück. Dann kam plötzlich extrem gutes Wetter. Die Reben haben den Rückstand wieder eingeholt. Bis dann plötzlich wieder extrem schlechtes Wetter ab 4 Wochen vor der Ernte Einzug hielt und nicht mehr aufhörte. Der viele Regen hatte einen hohen Fäulnisdruck zur Folge und damit auch, dass einige Winzer sehr früh begonnen haben zu ernten, um keine großen Ernteausfälle zu haben, damit aber auch hohe Säurewerte und geringe Oechslewerte riskierten. Da waren wir etwas mutiger.

Naja eigentlich war Heiko da mutiger. Ich wäre am liebsten auch direkt raus und hätte früh geerntet. Er hat uns da aber ein wenig zurück gehalten, was im Endergebnis dann belohnt wurde. Gut dass wir 3 Meinungen im Weingut haben. Sehr reife Trauben (die faulen wurden weggeworfen), niedrige Säurewerte und absolut akzeptable Oechslewerte waren die Belohnung. Das Ganze hat nur einen Nachteil und hier komme ich auf den Hektarhöchstertrag zurück. Wir haben diese Woche mal Bilanz gezogen, letztlich auch, weil man die geernteten Mengen melden muss. Wir liegen also im Durchschnitt dieses Jahr bei einem Ertrag von lediglich 4100 liter pro Hektar. Ganz schlimm war es dieses Jahr beim Riesling. Letztes Jahr noch um die 350 Liter, gab es diese Ernte nur 190 Liter. Bei der Gelegenheit möchte ich euch ein Bild vom Presse reinigen nicht vorenthalten. Heiko gibt alles.

Heiko putztDann war da noch die WineVibes zum Ende der Ernte. „Guter Wein macht Party“ ist dort das Motto. Und nicht nur der Wein hat Party gemacht. Wir haben uns mehr oder weniger mit der Party selbst belohnt. Und der Abend an sich war ein voller Erfolg. Wir waren alle 3 den ganzen Abend mit reden, erklären und verköstigen beschäftigt und haben viele Interessante Leute kennengelernt. Unsere Weine wurden allesamt bis kurz vor Ende der Verkostungsphase ausgetrunken. Nach der Verkostungsphase kam dann die Partyphase, für die jedes der teilnehmenden Weingüter nochmal 30 Flaschen Partywein bereitgestelllt hatte. Was soll ich sagen. 30 Petrinis waren innerhalb von 20 Minuten leer. Booyaaa!

Im Moment stecken wir mitten in der Programmplanung 2014 und haben diese, zumindest den groben Rahmen, schon fast fertig. Es sei nur soviel gesagt: es wird jeden Monat mindestens ein Event stattfinden. Genug Zeit also um unsere Weine zu genießen.

Und wo wir gerade bei Events und Weingenuss sind: Am kommenden Sonntag findet von 10 – 17 Uhr der alljährliche Weihnachtsmarkt im Schloss Zeilitzheim statt. Neben vielen Kunsthandwerkern und dem Schlosscafé, sind auch wir vor Ort und schenken unsere Weine zum probieren aus. Übrigens die beste Gelegenheit gleich seine Weihnachtseinkäufe zu erledigen. Die Leute haben doch eh schon alles, da ist doch eine Flasche guter Wein das perfekte Geschenk!

Bis Sonntag!
Christian

Kennt Ihr den Esel-Karotten-Trick?

Von Heiko Niedermeyer / 4. Oktober 2012

Das Ziel immer vor den Augen, aber doch noch so fern.

Da liegt er nun, unser Rotwein:

Zurzeit gärt er auf der Maische, welche mehrmals täglich untergestoßen werden muss (siehe Bild). Ich denke, dass wir ihn in ca. 2 Wochen schon abpressen können. Richtig trinkreif wird er aber erst in 2 Jahren sein. Für mich und auch für Euch heißt es also warten, warten, warten… Um die Vorfreude noch etwas zu steigern, hier ein paar Erntedaten:

101° Oechsle, Hektarertrag ca. 40 hl/ha, 5,9 g/l ges. Säure – ich glaub das wird ein Knaller.

Immervoll!

Von Alexander von Halem / 4. Oktober 2012

Ja, das Wort „Immervoll“ ist natürlich im Zusammenhang eines Weingutes etwas lustig, aber damit ist jetzt gar nicht gemeint, was Ihr wieder denkt. Heiko, der im Keller derzeit gut beschäftigt ist, braucht für unseren Wein mehr Platz. Wir besorgten uns daher noch ein „kleines“ Fass. Einen Immervoll-Edelstahltank.

Warum der Tank Immervoll heißt, wo wir den Wein doch irgendwann mal (wann genau erfahrt Ihr natürlich hier im Blog) abfüllen werden? Ganz einfach: Diese Fässer haben einen Deckel, der sich in das Edelstahlfass hinab senken lässt und durch Aufpumpen der Abdichtung am Rand fest und somit luftdicht befestigen lässt. Somit kann man auch bei variablen Weinmengen immer dafür sorgen, dass im Fass keine ungewollte Luft und somit Sauerstoff vorhanden ist.

Das Abholen des Edelstahltanks war schon ein kleines Abenteuer in sich: Mit der Fahrer Mainfähre setzten wir bei windig regnerischem Wetter über den Main nach Kaltenhausen, wo der Kellereibedarf Emil Dornauer eine Zweigstelle hat, wo uns Dominik Dornauer bediente. Das Fass hat also schon so eine viertel Seemeile auf dem Buckel!

Nächste Woche geht die Weinlese übrigens weiter!

Immervolltank

Fähre Fahr

Unsere Barriquefässer sind da!

Von Alexander von Halem / 6. September 2012

Heiko mit den neuen FässernEigentlich hieß es ja sie seien noch nicht lieferbar. Aber heute wurden sie ins Weingut Barockschloss geliefert, unsere Eichenfässer. Christian wird irgendwann mal Näheres zu den Fässern schreiben. Vielleicht auch erst wenn er aus Südtirol zurück ist. Hat ja alles Zeit, denn der Wein, sind die Trauben erst einmal gelesen, wird noch viel Zeit im Holz verbringen. Heiko und ich freuten uns jedenfalls über die Lieferung und schleppten also schon mal fleissig Fässer. Der Barriquekeller unter’m Schloss bekommt dann noch einen Grobputz und Minimalstmöblierung bevor wir die Fässer auspacken und wässern.

Entwicklungshilfe in Südtirol

Von Christian Werr / 28. August 2012

Jetzt bin ich schon eine ganze Woche in Kaltern (Südtirol), höchste Zeit für einen ersten Bericht!
Angereist bin ich ja bei glühender Hitze. Endlich angekommen konnte ich aber in meinem Zimmer auch nur Abkühlung unter der Dusche finden, denn selbst nachts ist es auch drinnen irre warm. Untergebracht bin ich in einem kleinen Zimmer in der Kellerei, ungefähr 3 km vom See entfernt mitten in Kaltern, umgeben von Bergen.

Die erste Woche hier in Kaltern war sehr gut! Hier arbeiten wirklich fähige Leute und ich kann jetzt schon sagen, dass ich hier viele neue Dinge lernen werde, die ich später im eigenen Weingut sicher gut gebrauchen kann. Also sollte die Überschrift eigentlich heissen: Entwicklungshilfe aus Südtirol.

Neben dem normalen Arbeitsalltag wird einem das Leben durch allerlei kulinarische Genüsse verschönert. Gegessen wird mindestens einmal am Tag gemeinschaftlich, da geht es dann zu jeder Mittagspause in den Gasthof Schwarzer Adler, wo wir dann Salat, eine Vorspeise und ein Hauptgericht bekommen. Der Espresso nach dem Essen darf da natürlich nicht fehlen. Und er ist gut!

Außerdem hatte ich schon einen super Grillabend inklusive Whiskyprobe beim stellvertretenden Kellermeister und eine dreistündige Verkostung in der Kellerei (wird hier betriebsintern öfter für Mitarbeiter gemacht um Sie fortzubilden, was ich persönlich für ne super Sache halte) mit anschließendem Pizzaessen um 22.30 Uhr. Ja hier wird später gegessen.

Ich habe den Betrieb und die Leute schon einigermaßen gut kennengelernt. Alle super drauf hier! Man ist sofort mit jedem per Du, selbst mit dem Chef, was von Anfang an ein gutes und entspanntes Arbeitsklima schafft.

Die Arbeit in so einer großen Genossenschaft bringt ziemlich viel Neues für mich mit, da ich ja ursprünglich im Weingut Bickel-Stumpf, also einem kleinen Familiengeführtem Weingut, den Beruf des Weinküfers, gelernt habe.

Hier ist eben alles etwas größer. Die Tanks, die Filter und alle anderen Geräte. Gearbeitet wird hier über 3 Etagen auf denen die verschiedenen Weine ausgebaut werden. Von der ersten Woche hatte ich ziemlich Muskelkater durch das ständige Treppe rauf, Treppe runter.

Kaltern hab ich mir auch schon ein bisschen angeguckt. Ich war jetzt am Wochenende am See, der sehr schön ist. Musste allerdings feststellen, dass das hier anders ist als bei uns. Der See ist ziemlich abgeschirmt. Um dort zu liegen muss man entweder Gast in einem der anliegenden Häuser sein, oder man bezahlt für das Vergnügen an einem der Badeplätze. Von ganz oben auf dem Berg hat man eine herrliche Aussicht über den See, die Weinberge und das schöne Südtirol! Wer trainiert ist, kann die Berge natürlich zu Fuß erklimmen, es gibt aber auch die Möglichkeit eine Seilbahn zu nehmen oder mit dem Auto bis ganz nach oben zu fahren.
Ich für meinen Teil habe mutig zu Fuß begonnen, aber dann recht schnell beschlossen, dass das bei dieser Affenhitze unmöglich ist, bin dann mit dem Auto hoch und habe mir dort ein Mittagessen mit Panoramablick gegönnt.

Vorerst wird es allerdings jetzt keine Zeit für Freizeitunternehmungen mehr geben. Für die nächsten 4-5 Wochen wurde mir Durcharbeiten angekündigt, auch Samstags und Sonntags und meist bis spät nachts. Das war’s dann mit der schönen Aussicht 🙂

Hier geht es nämlich mit der Lese los! Das bedeutet rund 300 Hektar möchten gelesen, verarbeitet und in Fässer eingelagert werden. Ich wurde zum Kellerdienst eingeteilt, da dies ja mein Hauptaufgabenbereich ist. Die ersten Grauburgunder sollen wohl schon am Donnerstag hier eintreffen.

Da wird die Lese in den Barockschloss Weinbergen wohl etwas beschaulicher. Allerdings vermiss ich die eigenen Träubli! Aber laut Statusbericht von Heiko soll es ja insgesamt sehr gut aussehen, was mich mehr als freut, nach einem Jahr anstrengender Arbeit. Vielleicht klappt’s zwischendurch, ansonsten melde ich mich wieder nach der „Intensivphase“ mit ausführlichem Bericht.

Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt was die nächsten Wochen mit sich bringen werden!

Bis dann und viele Grüße aus Südtirol!

Von Pilzen, Mikroorganismen und blutenden Herzen

Von Christian Werr / 13. August 2012

Ich darf mich ganz kurz vorstellen. Christian. Der Dritte und Jüngste im Bunde. Gelernter Weinküfer und angehender Önologe, angehend weil ich noch im 7. Semester Weinbau in Geisenheim studiere. Ziel: Wein An- und Ausbau im Weingut Barockschloss zu managen.

Die letzten 3 Tage haben Heiko und ich unter der künstlichen Sonne verbracht. Also im Weinkeller. Heiko wurde nämlich schon leicht nervös wegen der anstehenden Ernte. Also hatten wir uns vorgenommen, den Weinkeller mal so richtig auf Vordermann zu bringen. Alle Tanks wurden aufs gründlichste zuerst mit Lauge gespült, um den Weinstein vom letzten Jahrgang zu entfernen. Dann gab ich den Befehl zum zerlegen der Tanks. Das heisst, alles was eine Schraubverbindung hat, wurde abgebaut. Danach wurde alles mit Wasserschlauch und Bürste bearbeitet. Denn wenn solche Feuchträume mal eine ganze Weile nicht benutzt werden sammeln sich dort ne ganze Menge Mikroorganismen und Pilze in allen Ecken und Ritzen. Die Kleinteile wurden über Nacht in ein Laugenbad eingelegt und am nächsten Tag gründlich mit Wasser gespült. Hygiene im Keller ist nämlich oberstes Gebot, ansonsten hat man ruck zuck irgendwelche Fehltöne im Wein.

Das wird für mich wohl auch eine meiner letzten Arbeiten für dieses Jahr im Weingut gewesen sein. Zumindest im eigenen. Im Rahmen meines Studiums muss ich nämlich noch ein Praktikum absolvieren. Dazu verschlägt es mich ab nächster Woche für 3 Monate an den wunderschönen Kalterer See in Südtirol. Dort werde ich mein Praktikum in der Kellerei Kaltern machen. Barockschloss zum Arbeitsbesuch in Südtirol wenn man so will. Einerseits freue ich mich natürlich auf diese Erfahrung, andererseits blutet mir beim Gedanken daran das Herz, da ich unsere erste eigene Ernte verpassen werde. Arrrrgggh. Trotzdem kann ich ruhigen Gewissens gehen, da bei Heiko ja alles in guten Händen ist, er hat ja auch schon 8 Jahre Weinbauerfahrung und bekommt tatkräftige Unterstützung von Alexander.

Sollte sich die Möglichkeit ergeben werde ich natürlich ab und an aus Südtirol berichten. Vorrausgesetzt ich hab dort ein wenig Freizeit und Anschluss an das www.

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