Wein von 3

Wir 3

Heiko Niedermeyer
Gelernter Winzer, BA und MSc Weinbetriebswirtschaft, Erfahrung mit eigenem Weingut
Aufgewachsen im elterlichen Weinbaubetrieb sammelte Heiko bereits in jungen Jahren Erfahrungen in diesem Bereich. Nach abgeschlossener Winzerausbildung im Weingut Gessner, begann er 2005 das Bachelor-Studium im Zweig der Weinbetriebswirtschaft an der Hochschule Heilbronn. Mit Hinblick auf die angestrebte Selbstständigkeit vertiefte er diese Lerninhalte in Form eines weiterführenden Masterstudiengangs an der Universität Gießen, welchen er im Jahr 2011 abschloss und sich direkt auf die Suche nach einem Weg zum eigenen Weingut machte. Den Weinmacher hierfür (Christian Werr) lernte er während eines Gastsemesters in Geisenheim kennen und gewann ihn für sein Vorhaben. Der Startschuss für das Projekt eigenes Weingut fiel, als er letztendlich im September 2011 den Social Media Experten und Schlosseigentümer Alexander von Halem für das Team gewinnen konnte.

Alexander von Halem
Schlosseigentümer, Gästeführer Weinerlebnis Franken
Alexander ist mit Baujahr ‘69 der älteste der Drei. Als Spielkind und Gadgetfreak ist er jedoch jung geblieben. Mit 18 schmiss er das bayerische Gymnasium und arbeitete in einem Weingut an der Mainschleife, um sich sein Ticket ins Geburtsland USA zu verdienen. Dort verbrachte er (unterbrochen durch Auslandseinsätze, teilweise auch in Deutschland) 11 Jahre. Auslandseinsätze deshalb, weil er zuerst eine Ausbildung als Grafiker bei der U.S. Air Force machte, sich dann von der U.S. Army ein Stipendium für das Philosophie- und Kunstgeschichtsstudium bezahlen ließ und anschließend als Offizier der Army in der Welt herum reiste. 1998 fand er den Weg zurück ins Schloss Zeilitzheim, absolvierte 2002 die Ausbildung zum “Gästeführer Weinerlebnis Franken” und ist nach wie vor vom Wein fasziniert. Wenn er nicht im Weinberg arbeitet, ist er oft im Schlossgarten bei der Gartenarbeit anzutreffen.

Christian Werr
Gelernter Weinküfer, BSc Weinbau/Oenologie
Christian, geboren 1982, ist der Jüngste im Bunde. Da es zu Hause keinen Weinbau gab, lernte er sein Handwerk als Quereinsteiger. Er absolvierte eine Ausbildung zum Weinküfer im Weingut Bickel-Stumpf in Frickenhausen. Nach deren Abschluss ging er jedoch von 2001 bis 2009 erst einmal ganz andere Wege als die des Weines. Nach Zivildienst und 3 Jahren Fabrikarbeit fand er seine Liebe zum Wein erst später wieder und beschloss das Abitur nachzuholen um Weinbau und Oenologie in Geisenheim zu studieren. Dort lernte er auch Heiko kennen, der ihm als Mitbewohner vom damaligen Vermieter zugewürfelt wurde. Das brachte den Stein ins Rollen.

Da uns viele Leute fragen, wie es denn zu Wein von 3 kam, wer dahinter steckt und die Idee hatte, möchten wir mit unserer kleinen Geschichte versuchen zu erzählen, wie alles begann. Wir werden diese Seite über die Jahre fortführen, um eine Zusammenfassung über die jeweiligen Jahre zu geben. Über aktuelles Geschehen berichten wir 3 regelmäßig in unserem Blog unter http://weinvon3.de/weingutsblog/.

Geschichte

Mitte bis Ende 2009:

Christian beschloss sein Studium des Weinbaus in Geisenheim aufzunehmen. Auf der späten Suche nach einem geeigneten WG-Zimmer waren fast alle bezahlbaren Studentenwohnungen besetzt. So auch in der Beinstraße, 1 Minute Gehweg vom Campus entfernt. Doch 1 Zimmer war noch frei. Im zweiten Zimmer der 2er WG sollte ein gewisser Heiko wohnen. Der tauchte jedoch zu Semesterstart noch nicht auf. Da Heiko noch im elterlichen Betrieb helfen musste die Ernte einzufahren, lernten die beiden sich erst 3-4 Wochen nach Semesterbeginn kennen . Die erste Begegnung ist schon eine Geschichte für sich wert. Kurz zusammengefasst kam Christian eines Nachmittags von den Vorlesungen nach Hause und fand im zukünftigen Zimmer von Heiko nichts weiter als eine Matratze. Von Heiko keine Spur. Die ganze Nacht nicht. Erst am nächsten Morgen war ein seltsames, extrem verkatertes Geräusch aus dem Zimmer zu hören. Wie sich herausstellte, wollte Heiko sich am Vorabend nur schnell einen Schraubendreher bei einem seiner Kommilitonen ausleihen. Daraus wurde allerdings ein für Geisenheim typischer langer Abend.

2010:

Man war sich sympathisch und es entstand schnell eine sehr gute Freundschaft, die darin gipfelte, dass Christian Heikos Trauzeuge wurde. Geheiratet wurde “standesgemäß” in einem der schönsten Weinorte Frankreichs: Châteauneuf-du-Pape. Ein Traum! Das Jahr ging allerdings viel zu schnell vorüber, Heiko machte seinen Masterabschluss in Weinwirtschaft und verließ die WG. Jedoch nicht ohne im Hinterkopf den Gedanken zu haben, ein eigenes Weingut zu gründen.

Während der Studienzeit wurde oft darüber gescherzt: Man könnte doch zusammen und was wäre wenn…

2011:

Ein Jahr verging bis die Scherze konkret wurden. Heiko rief Christian an und wollte Fakten haben auf die Art: “Du, wie schaut’s jetzt aus? Biste dabei?” Christian war von der Idee immernoch begeistert. Nur wie sollte man ein Weingut aus dem Nichts heraus starten? Man braucht einen Verkaufsort und etwas, das einen aus der Masse der Weingüter abhebt. Heikos Idee: “Du, ich kenn’ da einen im Nachbarort, der hat ein Schloss. Soll ich mal ‘nen Termin machen?”

Ende 2011 traf Heiko dann zum ersten mal auf Alexander, seines Zeichens Gästeführer Weinerlebnis Franken und Schlossherr von Schloss Zeilitzheim. Alexander der ein ganz Aufgeschlossener ist und gerne neue Sachen ausprobiert war der Idee gegenüber zuerst etwas skeptisch, aber dennoch interessiert. “Da kommen also 2 so junge Typen daher und wollen mit mir zusammen im Schloss ein Weingut gründen” müssen wohl seine ersten Gedanken gewesen sein.  Einige Wochen vergingen und man überlegte hin und her. Was die anderen beiden zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten: Alexander war tatsächlich gerade auf der Suche nach neuen Herausforderungen und machte sich, um Abstand vom Alltag zu gewinnen und ordentlich nachdenken zu können, auf den Weg zu einem “Praktikum” in eine Internetagentur nach Salzburg. Dann fand ein zweites Treffen statt, bei dem alle 3 zum ersten Mal zusammenkamen.  Man verstand sich gut und diskutierte über das Vorhaben.

Ganz zum Ende des Jahres wurden dann aber Nägel mit Köpfen gemacht. Ein neues Weingut soll entstehen. Man war sich einig!

2012:

Unter dem Decknamen “Weingut Barockschloss GbR” wurde das Unternehmen gegründet. Ab diesem Zeitpunkt musste alles schnell über die Bühne gehen, auch wenn Weinmachen ein eher langsames Geschäft ist. In Stammheim wurden die Rebflächen gepachtet und sogleich mit der Bewirtschaftung begonnen. Es fing mit dem Rebschnitt des Jahrgangs 2012 an. Teils eisige Tage im Januar und Februar, mit -14 °C brachten die 3 dazu die Arbeit niederzulegen und sich mit Dingen wie dem Zurückschneiden von Weinbergsgebüsch zu beschäftigen. In jedem Fall musste schon richtig losgelegt werden. Schließlich sollte schon aus dem Jahrgang 2012 der erste Wein gewonnen werden. Neben der Bewirtschaftung von anfänglich ca. 1 Hektar Rebfläche auf denen Müller-Thurgau, Kerner, Dornfelder, Bacchus, Silvaner und Riesling wuchsen, standen extrem viele organisatorische Aufgaben ins Haus. Diese begannen mit: “Wo produzieren wir unseren Wein im Herbst?” über Fragen des Designs, der Flaschenformen und Etiketten sowie der Produktpalette an sich. Man entschied sich dafür, allen Genußmenschen ein kleines ausgewähltes Sortiment von 4 Weinpaaren anzubieten, die möglichst jeden denkbaren Anlass zum Weintrinken abdecken sollten.

Bei der Bewirtschaftung der Weinberge wählte man einen möglichst naturnahen und -gerechten Anbau, indem z.B. auf Unkrautvernichtungsmittel verzichtet wird und spezielle Pflanzenmischungen zur Begrünung verwendet werden, die zur Anziehung von Nützlingen sowie als natürlicher Dünger dienen. Dies jedoch ohne sich einem der “Öko-Verbände” anzuschließen, um im Handeln völlig unabhängig zu bleiben.

Über das Jahr wurden also fleißig die Weinberge begrünt, Unkraut gehackt (bzw. unerwünschte “Begleitflora”), fehlende Reben in den Anlagen ersetzt und Drahtanlagen ausgebessert. Bis sich Christian dann pünktlich zur Ernte von seinen beiden Kollegen verabschiedete, um studiumsbedingt ein Praktikum in der Kellerei Kaltern in Italien zu absolvieren.

Alexander und Heiko brachten die Ernte aber sehr gut gemeinsam mit der Hilfe der Erntehelfer nach Hause. Die Traubenverarbeitung und Weinproduktion, für die sich die 3 in Stammheim eingemietet hatten, diskutierten Sie dann des öfteren online per Skype und Chat.

Nach einem spannenden Herbst konzentrierte man sich weiter auf Themen wie Vermarktung und Design.

2013:

Aus dem Arbeitstitel “Weingut Barockschloss” wurde “Wein von 3”. Gläser und Flaschen wurden bestellt und schließlich die ersten Weine im März abgefüllt. Das Design wurde immer mehr ausgefeilt und durch ihre freiberufliche Grafikerin schliesslich fertiggestellt. Im Mai war es dann soweit. Zuerst wurden bei der ersten Jahrgangspräsentation am 11. Mai einem kleinem Kreis der erste Jahrgang vorgestellt und mit diesem Tag auch der Verkauf gestartet. Am 26. Mai konnte dann beim ersten “Fest von 3” jeder, der sich bei strömendem Regen getraut hat, im Gewölbekeller von Schloss Zeilitzheim die ersten Weine verkosten. Inzwischen sind auch die Arbeiten am neuen Jahrgang auf derzeit 2 ha schon wieder in vollem Gange sowie das Versenden von Bestellungen und die Planung neuer Sommerevents.

2014:

Der dritte Weinjahrgang wächst heran. Nach der zweiten Jahrgangspräsentation im Mai wurde das Weinfest im Schlosshof im Juni mit gutem Wetter belohnt. Im Herbst gibt es erstmals den Barriquerotwein Fuchs v.B. aus dem 2012er Jahrgang.

2015:

Als neuer Wein im Sortiment kommt im Frühjahr die Domina des 2013er Jahrgangs auf den Markt.

2016:

Wir bekommen unseren ersten “Stern” im Eichelmann Weinführer. Auszeichnung im Rahmen des Weintourismuskonzepts “Wein.Schöner.Land!” für hervorragende Leistungen für den Weintourismus in Franken im Bereich “Gästeführer Weinerlebnis Franken”. Das Weingut wird Fördermitglied des Kunstvereins Schweinfurt.

2017:

Der “Stern” beim Eichelmann wird für 2017 bestätigt, doch wir beschließen ab 2018 dieses Vermarktungswerkzeug nicht mehr zu verwenden. Unsere Freunde sollen die Weine probieren und für sich selbst entscheiden, welche ihnen schmecken.

Die Rebfläche hat sich seit Gründung unseres Weinguts inzwischen fast verdoppelt. Dennoch kommen wir mit der Produktion der Weine wir fast nicht hinterher. Erstmals haben wir einen Weinberg gerodet und neu gepflanzt (ca. 0,5 ha: Domina und Silvaner).

2018:

Das neue Jahr begann mit einer Baustelle: In der Eingangshalle des Schlosses bauten wir einen Verkostungsbereich / Vinothek.

Im Frühjahr: Neupflanzung eines Gewürztraminer Weinbergs.

2019:

Um der steigenden Nachfrage nach unseren Weinen nach zu kommen, pachteten wir zu Beginn des Jahres neue Rebflächen und verdoppelten diese somit wieder fast auf ca. 4 Hektar.

Für die erhöhte Produktion sind auch neue Investitionen erforderlich, u.a. Maischegärtank für Rotwein, Holzfässer…

Weil Zeilitzheim halt doch etwas “ab vom Schuss” ist, verstärken wir unsere Anwesenheit auf Messen im “deutschen Ausland”.

Das Arkadenhofweinfest, das im Vergleich zum Picknick im Schlossgarten doch eher kommerziellen Charakter hatte, begehen wir ab 2019 nicht mehr. Der bisherige Weinfesttermin an Fronleichnam (ein Donnerstag, der in “katholischen Bundesländern” ein gesetzlicher Feiertag ist) wird zum neuen Termin für das Picknick im Schlossgarten.

2020:

Von Beginn an verzichten wir auf Herbizide und Insektizide. Nun sind wir den letzten Schritt in Richtung ökologischer Weinbau gegangen und verwenden seit 1.1.2020 auch keine konventionellen Fungizide mehr. Als Mitglied beim Verband Bioland befinden wir uns in Umstellung auf “Bio”.

Nach Besuchen der Weinmessen in Berlin und Bonn trifft uns, wie alle, der Corona-Lockdown. Dafür entsteht ein Online Shop auf der Webseite, in dem man auch mittels PayPal und Amazon Pay bezahlen kann.

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