HEADER PIC

Willkommen auf dem Weingutsblog.

Hier versuchen wir Euch mit den aktuellsten Geschehnissen im Weingut und Weinberg auf dem laufenden zu halten.
Wir freuen uns über Kommentare und Anregungen zum Blog und was Euch so interessiert.
Schreibt uns einfach.

Alexander, Heiko, Christian

Praktikumsbericht unseres Praktikanten Fritz

Von Alexander von Halem / 14. Juli 2018

Gastbeitrag von Fritz Feyerabend:

Ich habe mein Handwerkspraktikum im Zeitraum vom 04.06. bis zum 15.06.2018 in dem Weingut ‚Wein von 3‘ absolviert. Das Weingut befindet sich im Barockschloss Zeilitzheim, im fränkischen Weinanbaugebiet zwischen Volkach und dem Steigerwald. Im Weingut gibt es über das Jahr verteilt verschiedene Arbeiten in den Weinbergen oder im Weinkeller.

Im Zeitraum meines Praktikums musste viel Arbeit im Weinberg erledigt werden: Reben heften, das Ausbrechen der Triebe, sowie das Bewässern des Jungfeldes. Im Weinkeller gab es zu dieser Zeit weniger zu tun.

In der ersten Woche wurde bei über 30 Grad in der Sonne im Weinberg geheftet und ausgebrochen. Aufgrund der hohen Temperaturen startete der Arbeitstag früh.

Das Heften:

Unter Heften im Weinberg versteht man, dass die Triebe, die in die Zeilen (also den Abstand zwischen den Rebstockreihen) hineinragen in die vorgerichtete Drahtanlage geflochten werden. Das ist erforderlich, dass Platz für den Traktor ist, damit beim Durchfahren die Triebe nicht abknickt werden. Zum anderen ist es wichtig, weil die Reben sonst durch ihr eigenes Gewicht abknicken können.

Praktikum im Weingut Wein von 3
Auf dem Bild sieht man
eine fertig geheftet Zeile (Foto: Fritz Feyerabend)

Das Ausbrechen:

Ausbrechen bedeutet, dass die Blätter und Geiztriebe in der Traubenzone, die auf der Schattenseite des Weinberges sind, entfernt werden müssen. Damit wird verhindert, dass sich Feuchtigkeit bei den Trauben ansammelt und sie zu schimmeln anfangen.

Praktikum im Weingut Wein von 3
Foto: Fritz Feyerabend

In der zweiten Woche sind die Temperaturen etwas gesunken. Im Weinberg wurde – wie in der ersten Woche – weiter geheftet und ausgebrochen. Da durch die früh einsetzende Wärme in diesem Jahr die Triebe der Reben sehr schnell gewachsen sind, war es wichtig, die Arbeit möglichst schnell zu erledigen, um Schäden im Weinberg zu verhindern. Das bedeutet für die Winzer auch am Wochenende zu arbeiten.

Eine weitere Arbeit, die im Weinberg zu erledigen war, war das Putzen der Rebstämme. Darunter versteht man, dass alle Triebe am Stamm entfernt werden müssen, damit die ganze Kraft in die Trauben geht.

Praktikum im Weingut Wein von 3
Auf dem Bild sieht man einen ungeputzten Rebstamm (Foto: Fritz Feyerabend)

Bis Mittag schafft man ungefähr drei Zeilen zu bearbeiten. Nach der Pause wurde oft im Weinkeller weitergearbeitet, weil es draußen zu heiß wurde.

Im Weinkeller wurde die Flaschen etikettiert und die Verpackungskartons gefaltet. Es mussten auch Weinbestellungen zusammengestellt werden, die ausgeliefert wurden. An einem Tag in der zweiten Woche wurde der 2017er Wein filtriert.

Das Filtrieren:

Der Wein, der in Holzfässern und Edelstahltanks lagert, ist mit viel Hefe versehen, die nun entfernt werden muss. Dazu gibt es ein Filtergerät mit 15 Papierscheiben, durch die der Wein gepumpt wird. Dabei wird der Wein von der Hefe und anderen Fremdkörpern befreit. Wir haben an diesem Tag ca. 1600 Liter filtriert. Jeder Weinjahrgang muss dreimal filtriert werden: das erste Mal direkt nach der Ernte, das zweite Mal im Frühling und das dritte Mal kurz vor der Abfüllung im Herbst. Die leeren Tanks und Fässer wurden mit einem Wasserschlauch gründlich ausgespült und gereinigt.

An einem anderen Tag arbeiteten wir im Jungfeld. Unter einem Jungfeld versteht man einen neu gepflanzten Weinberg. Die jungen Triebe wurden von Erde und Steinen befreit. Zusätzlich haben wir an den Zeilendrähten eine Bewässerungsanlage befestigt und am Ende die jungen Pflanzen mit 6000 Litern Wasser angegossen.

Persönliches Fazit:

Mir hat das zweiwöchige Praktikum im Weingut ‚Wein von 3‘ sehr gut gefallen. Ich habe erste Einblicke in die Arbeit eines Winzer bekommen. Vor allem die, dass es eine körperlich sehr anstrengende Arbeit ist. Da die Herstellung von Wein über ein ganzes Jahr dauert, konnte ich nur einen kleinen Ausschnitt des Herstellungsprozesses mitbekommen. Es sind noch viele Arbeitsschritte in Weinberg und Keller nötig, bis der Wein fertig ist. Ich hätte nicht gedacht, wie viel Arbeit erforderlich ist, bis der Wein in der Flasche verkaufsbereit ist.

Fritz Feyerabend

Praktikum im Weingut Wein von 3
Fritz beim heften der Triebe im Bacchus Weinberg

Wir danken Fritz für seine tatkräftige Unterstützung in Weinberg und Keller!

Tue Gutes und rede (schreibe) darüber

Von Alexander von Halem / 11. Juni 2018

Oder einfach mal NICHTS sagen. Wobei: Das haben wir nun schon länger so gehandhabt. Viel machen und wenig darüber berichten.

Es gibt ja derart bescheuerte Platitüden und Sprichwörter, dass man sich schämt sie zu verwenden. Eine davon ist: “Es gibt nichts Gutes, außer man tut es”. Noch viel mehr schäme ich mich aber dafür, dass wir – in Hinsicht auf unser Blog – in der letzten Zeit nicht viel Gutes gemacht haben. Zumindest haben wir nicht öffentlich darüber geschrieben. Dabei waren wir alles andere, als inaktiv.

Wo fange ich mit der Nachberichterstattung an? Am Anfang? Nein, das wäre zu einfach. Und viel zu gewöhnlich.

Ich fange also mit HEUTE an. Wir haben derzeit einen Praktikanten, den Fritz (der uns einen Gastartikel versprochen hat), der nun schon über eine Woche im Weingut mit hilft. Heute waren wir mit Fritz (wie fast jeden Tag) im Weinberg. Im Silvaner am Eselsberg im Maintal haben wir Triebe in die Drahtanlage geheftet. Zumindest bis es zu regnen anfing. Es ist aber nicht so, dass wir nicht auch genügend “Kellerarbeiten” im Trockenen hätten. So haben wir (wie an manch Nachmittag der vergangenen Woche, weil es für verlängerte Arbeitszeit im Weinberg einfach zu heiß war) weiter etikettiert und Kartons gefaltet. Die Gitterboxen der letzten 2016er Weine müssen nämlich leer werden, damit wir die 2017er Weine, die wir noch im Juni abfüllen werden, dann dort einlagern können.

Wein von 3 in Franken
Heiko beim Bändigen der Reben
Wein von 3 Wolf jr. Keller Stammheim
Wolf jr. etikettieren

Und dann gibt es noch das Jungfeld (die neu gepflanzten Weinberge). Also genau genommen zwei davon. Die Domina und den Silvaner haben wir ja im vergangenen Jahr schon gepflanzt. Dort wird fleißig (Unkraut aka Begleitflora) gehackt und (Triebe) ausgebrochen und auch bewässert, wenn Mutter Natur nicht genug Wasser her gibt. Auch in diesem Jahr haben wir am 23. Mai neu angepflanzt (Gewürztraminer). In dieser Anlage mussten wir die Tröpfchenbewässerung wieder startklar machen und ordentlich angießen. Nun wachsen die jungen Propfreben eifrig und warten darauf auf einen Trieb (für die zukünftige Stammbildung) ausgebrochen zu werden.

Insgesamt haben wir nun unsere Rebflächen von 1,3 auf 3 Hektar ausgeweitet. Im kommenden Jahr kommen weitere Rebflächen hinzu. Näheres dazu dann zu gegebener Zeit. Wie heißt es so schön auf Fränkisch? “Erst Ei, dann gack”. Obwohl einige der Eier schon fast im Körbchen liegen…

Zwischendurch hatten wir noch unser Arkadenhofweinfest am Fronleichnamsfeiertag, das – trotz unbeständiger Wetterprognosen – sehr gut besucht war. Mit Vorbereitung, Fest und Aufräumen “verloren” wir drei Tage für die Weinbergsarbeit, aber man kann als Winzer ja nicht nur Wein machen, sondern muss diesen auch unter die Leute bringen.

Wein von 3 Weinfest Schloss Zeilitzheim
3er Selfie beim Arkadenhofweinfest

Am 19. April waren wir – abends nach der Weinbergsarbeit – noch mit Wein bei einer Ausstellungseröffnung mit Werken Franz Kochseders in der Kunsthalle in Schweinfurt zugegen. Zwischendurch gibt es immer wieder Weinproben im Schloss.

Vor allem die neue Verkostungstheke macht sich sehr gut. Ich habe das Gefühl, dass die Laufkundschaft deutlich zunimmt, seitdem wir diese Theke in der Eingangshalle haben. Das Schloss wird dadurch einfach besser als Weingut verstanden und angenommen.

Als nächstes (neben der fortschreitenden Weinbergsarbeit in Jungfeld I und II sowie dem heften und dann entblättern, gipfeln…) gibt es am Freitag ein Konzert im Schloss zu dem wir natürlich auch Wein ausschenken.

Wir bleiben in Bewegung. Es bleibt spannend.

Domina Reben pflegen

Von Alexander von Halem / 18. April 2018

Im Jungfeld (der im letzten Jahr neu gepflanzte Weinberg) hegen und pflegen wir die jungen Domina Pflanzen (fränkische Rotweinrebsorte…). Die im vergangenen Jahr auf einen Stamm gezogenen Reben erziehen wir jetzt zu geradem Wachstum, indem wir die Stämme and die Pflanzzeichen anbinden. Dazu verwenden wir besondere Anbinder, die beim Wachsen der Stämme von selbst nachlassen, um die Rebstöcke nicht einzuschneiden wenn diese dicker werden. Dort, wo der zukünftige „Kopf“ des Rebstocks entstehen soll, alssen wir einen Trieb stehen. Dazu noch einen weiteren, zur Sicherheit, und um das Wachstum des Stocks ein wenig zu drosseln. Bevor aus den zarten Pflänzchen ein Rotwein entsteht, wie er hier im Glas zu sehen ist (die 2016er Domina aus dem anderen Weinberg), werden noch einige Jahre vergehen. Zwischendurch werden wir immer wieder hindurch laufen und unerwünschte Triebe ausbrechen. Rebstöcke, die noch nicht ganz „gehorchen“, werden von unten her, über der Veredelungsstelle, wieder neu aufgezogen. Neben Domina hatten wir auch etwas Silvaner neu gepflanzt (insgesamt etwa 2.000 Rebstöcke).

In diesem Jahr pflanzen wir nochmals neu: Gewürztraminer. Den Weinberg dazu hatte wir im vergangenen Jahr gerodet.

Domina Rotwein Wein von 3 Franken
Links Domina Jungpflanze jetzt und rechts fertig ausgebaut aus dem Jahrgang 2016

Winterpause im Schloss ist vorbei

Von Alexander von Halem / 16. März 2018

Vinothek Weingut Wein von 3 in Franken

Die Winterpause im Schloss ist nun definitiv vorbei. Zahlreiche Außen- und Innen-Termine markierten die vergangenen zwei Wochen.

Vergangenen Donnerstag waren wir mit Wein in der Bücherei in Hendungen am Rande der Rhön unterwegs. Am Freitag und Samstag ging es dann nach Nürnberg auf das Wine & Taste Festival in der Meistersingerhalle. Dort konnten wir einige Weingutsfreunde wieder sehen, aber auch neue Freunde gewinnen, von denen uns seither auch manche schon einen Gegenbesuch in Zeilitzheim abstatteten. Am Sonntag war dann Ostermarkt im Schloss, zum großen Glück am wärmsten und schönsten Tag seit längerer Zeit und somit auch sehr gut besucht. Gleichzeitig war es die Einweihung und der Praxistest unseres neuen Verkaufsbereichs in der Eingangshalle mit Verkostungstheke. Auf den Eigenbau sind wir schon ein wenig stolz und freuen uns über die vielen positiven Rückmeldungen. Vor allem stellen wir schon jetzt fest, dass es für unsere Besucher nach der Umgestaltung doch erheblich einladender ist die Weine auch gleich mal zu probieren.

Anfang der Woche machten wir uns dann an den Versand der Messebestellungen und gestern waren wir noch zu Besuch bei einer neuen Kundin über deren Projekt wir hier später noch näher berichten.

Bei dem nassen und kalten Wetter geht die Arbeit nun vorerst im Keller weiter (etikettieren, verpacken) und dann geht es wieder in den Weinberg: Nach dem Rebschnitt reparieren wir erst einmal die Drahtanlagen, um dann die Fruchtruten als Basis für den bevorstehenden, neuen Jahrgang 2018 fest zu binden. Und obwohl sich der Kreislauf in wesentlichen Punkten jedes Jahr wiederholt, ist doch jedes Jahr ein wenig anders. Bis zur Weinlese im Herbst kann und wird noch viel passieren!

Rebschnitt im Schnee

Von Alexander von Halem / 13. Februar 2018

Rebschnitt im Weinberg bei Wein von 3 in Franken

Es ist wieder kalt geworden. So kalt, dass wir die Arbeit mit dem Beton (unsere neue Vinothekstheke… wir werden weiter berichten) unterbrechen mussten. Bei Minusgraden könnte dieser nämlich nicht richtig aushärten.

Solange es so kalt ist, ist es aber auch trocken, so daß wir die Zeit für den Rebschnitt nutzen können. Gestern und heute war es sogar regelrecht sonnig. Gestern zumindest bis mittags, als ein zuerst hageliges Schneetreiben aufkam.

Gestern und heute während des Rebschnitts (etwa 40 Jahre alte Bacchus-Rebstöcke, die wir im Kordonschnitt „erziehen“; die Reben für unseren Wolf jr.) besuchte mich ein Rotkehlchen. Ich vermute es war dasselbe Tier. Im Laufe der Zeit kam er oder sie immer näher an mich heran. Vermutlich erhoffte es sich Insekten, die ich beim Streifzug durch die Zeilen aufgescheucht haben mag. Mal sehen, ob er morgen wieder dazu kommt und ob er lang genug still sitzt, dass ich ich Handschuhe ausziehen, Handykamera auspacken und ihn fotografieren kann…

Rodung: Nochmal pflanzen für Petrini

Von Alexander von Halem / 23. November 2017

Die nasskalte Jahreszeit ist da. Wenn es draußen kalt und innen schön warm ist: die perfekte Zeit für kuschelige Abende (am Kamin oder Kachelofen, sofern vorhanden). Bei uns im Schloss ist das oft mit Weinproben verbunden, je nach Gruppengröße im Kaminzimmer, Petrinisaal oder der Alten Kelterhalle. Bei den Weinproben in dieser Jahreszeit fällt öfter mal der Kommentar, dass es im Weinberg doch jetzt keine Arbeit mehr gäbe und wir uns nun entspannen könnten. Das stimmt einerseits, denn mit dem Rebschnitt beginnen wir erst im Januar/Februar, um den Rebstöcken Zeit zu geben (die Triebe des letzten Jahres verholzen bis dahin allmählich und der Saft zieht sich zurück in Stock und Wurzeln). Andererseits haben wir ein neues Projekt ins Auge gefasst, dass uns noch vor Weihnachten wieder in den Weinberg treibt.

Nachdem wir im Frühjahr bereits einen halben Hektar Rebfläche gepflanzt haben und die Metallstickel dafür inzwischen auch schon eingeschlagen haben, beschlossen wir einen weiteren Teil unserer Rebflächen umzustrukturieren. Aus 0,2 ha Dornfelder wird auf gleicher Fläche im kommenden Frühjahr Gewürztraminer. Also neu gepflanzt. Damit können wir dann in etwa drei Jahren die steigende Nachfrage nach unserem Perlwein Petrini besser bedienen. Die Drahtanlage ist noch nicht alt und wird stehen bleiben.

Heute war es dann soweit: Nach tagelangem Regen endlich ein sonniger Tag. Wir haben die Rodung der Dornfelder-Rebstöcke heute in einem Rutsch durchgezogen. Jetzt tut mir jede Faser meines Körpers weh und die erste Blase ist auch schon aufgeplatzt (ein wenig Mimimi muss schließlich sein). Den Wettlauf gegen den drohenden Bodenfrost haben also wir Drei gewonnen. Ein wenig Arbeit bleibt uns noch, denn die herum liegenden Rebstöcke müssen noch eingesammelt werden. Das wird dann, wenn die Stöcke ordentlich ausgetrocknet sind, Brennholz für Opa Hans und Familie. Das Glas Rotwein am mit Dornfelder Rebstöcken befeuerten Kachelofen schmeckt dann vielleicht nochmal besser.

Rodung
Eisenstange zum Herausziehen der Rebstöcke

Rodung
Mit dem Weinbergschlepper ziehen wir die Rebstöcke mitsamt Wurzel aus dem Boden
Rodung
So sieht das „Schlachtfeld“ nach der Rodung aus

Weinlese – Keller – Termine

Von Alexander von Halem / 24. Oktober 2017

Vor lauter Weinberg, Weinlese und Keller haben wir es versäumt euch im Blog auf dem Laufenden zu halten. Das korrigiere ich hiermit sofort!

Fragt man Winzer, ob es ein gutes Weinjahr ist, sagen alle fast immer: Ja. Und das obwohl dieselben Winzer, die beschwören es sei wieder ein Top-Weinjahr, die gleichen sind, die im Mai schon ihrer zukünftigen Ernte nachtrauerten, weil der Frost sie so hart getroffen habe, im August schwörten der Hagel habe sie um den Rest gebracht und während der Weinlese klagten die Fäulnis würde wohl keine Trauben mehr übrig lassen. Jetzt, nach der Lese, freuen sich alle über die guten Erntemengen (dass es teilweise Übermengen sind muss dabei ja nicht erwähnt werden) und loben die guten Qualitäten und Reife des Leseguts.

Und wie war es bei uns im eigenen Weingut? Geschimpft haben wir nicht, wenngleich auch wir in manchen Lagen vom Spätfrost erwischt wurden. Bis zu 20-30% Frostschäden bedeuteten jedoch, dass es in diesen Lagen später nach dem Austrieb weniger Triebe auszubrechen gab. Mittelfristige Auswirkungen hinsichtlich des sanften Rebschnitts (etwaige abgefrorene Triebe, die für kommende Jahre die Fruchtrute bilden sollen) sind noch nicht ganz abzusehen, aber es sieht gut aus. Eine Lage Dornfelder wurde bei einem Sturm vom Hagel heimgesucht, was jedoch glimpflich ausging. Womit alle Winzer der Region in diesem Jahr zu kämpfen hatten war Essigfäulnis. Bei uns war der oben bereits genannte Dornfelder, den wir zusammen mit Müller Thurgau und/oder Kerner für Rotling verwenden, davon betroffen. Dank der Lese per Hand und rigorosem Ausschneiden von Essigfäule betroffener Trauben (man sah bei der Lese am Boden mal mehr Trauben, als im Leseeimer) konnten wir diesem potentiell den Geschmack negativ beeinflussenden Faktor beikommen. Vorsichtshalber ließen wir im Labor die flüchtige Säure des Dornfeldermosts messen: Die sorgfältige Lese bedeutete, dass wir mit einem Wert von 0,26 g/l noch in einem vertretbarem Rahmen waren.

Und wie ist es mit der Reife und Qualität? Gut. Wirklich. Aber unseren „großen“ Rotwein Fuchs vB, den wir für 2017 wieder angestrebt hatten, können wir nicht machen. Ein Spitzenwein geht halt nur in einem Spitzenweinjahr.

Kurz gesagt: Es war eine sehr frühe (wir begannen am 8. September) und auch kurze Weinlese (wir endeten am 30.9., was sonst schon bis Mitte Oktober ging). Aber somit konnten wir die Trauben bei guten, wenn auch nicht Spitzenqualitäten in den Keller retten. Diese Weine reifen nun und gären zum Teil auch noch.

Nach der Lese stand dann Mitte Oktober das Pressen der vergorenen Rotweinmaische an. Parallel dazu habe ich Silvia Kirchhof (Chansonsängerin und Schulfreundin aus Gerolzhofen) bei einem Videodreh in Weinberg und Keller als Winzer-Komparse assistiert (Details folgen…).

Danach der obligatorische und gründliche Kellerputz. Am vergangenen Samstag dann die Abfüllung der letzten 2016er Weine aus dem Keller, weil die abgefüllten Bestände schon zur Neige gehen. Vom Rotling sind nach jetzigem Stand noch 53 Flaschen übrig, mit Nachschub ist leider erst mit dem 2017er Jahrgang ab ca. März/April zu rechnen…

Der Herbst ist auch Zeit der Weinproben. An manchen Tagen hatten wir bis zu drei Weinproben an einem Tag im Schloss. Zum Glück sind wir zu dritt! Am kommenden Freitag sind wir mal wieder mit Wein bei unserem Freund Ludwig Fischbach vom Restaurant Einfach KuK in Schweinfurt zu Gange bei „Obstler, Wein und fränkische Tapas“ (LINK) Zu den Tapas von Ludwig serviert die Brennerin Franziska Bischof Brände und Christian und ich haben einige unserer Weine im Gepäck.

Am Wochenende dann weitere Weinproben im Schloss und am darauf folgenden Wochenende sind Christian und ich in Düsseldorf auf dem Wine & Taste Festival. Für dieses haben wir noch ein paar Freikarten (jeweils für 2 Personen, als PDF per E-Mail) zu vergeben. Wer zuerst kommt…

Im November dann noch der Weihnachtsmarkt im Schloss (Verkostungsmöglichkeit!) und dann wird es erst einmal wieder etwas ruhig. Ruhig ist hier natürlich relativ gemeint, weil wir in diesem Jahr noch einmal einen Weinberg roden, um diesen im Frühjahr neu zu pflanzen. Die Natur. Ein ewiger Kreislauf… Spannend!

Neuanpflanzung – Folge 4

Von Heiko Niedermeyer / 16. Juli 2017

Gerade noch rechtzeitig sind wir Ende Mai mit dem Einsetzen der neuen Reben für unser 5000m2 große Junganlage fertig geworden. Gepflanzt wurden 1570 Domina Reben und 460 Silvaner Reben. Noch während des Pflanzens stellten wir einen Mann zum Gießen der neuen Reben ab. Bei fast 30°C freuten sich die neuen Reben sicherlich über die kleine Dusche. Ungefähr 10 Liter Wasser sollte man pro Rebstock geben, damit sich auch ein kleiner Vorrat für die kommenden Tage bildet. In unserem Fall waren also 20.000 Liter Wasser nötig, um alle Stöcke zu versorgen.

Nach dem zweitägigen Gießen machten wir uns daran Rebschutzrohre über die Jungpflanzen zu stülpen, damit die begehrten Jungtriebe nicht vom Wild abgeknabbert werden. Mittlerweile sind die neuen Reben schon auf ca. 1,2 m hochgewachsen und zeigen uns damit, dass sie sich in der neuen Anlage recht wohl fühlen. Ende August werden wir den Wuchs dann unterbrechen, indem wir die Triebspitze abschneiden und sich so der Trieb fertig für den Winter macht. Und vielleicht gibt es dann im nächsten Jahr schon die ersten kleinen Trauben.

Jungfeld Wein von 3 Neuanpflanzung
Das Jungfeld am Stammheimer Eselsberg
Jungfeld Wein von 3 Neuanpflanzung
Die jungen Reben gedeihen und wachsen aus ihren Schutzröhrchen hinaus

Frostschäden und warum Winzer immer jammern

Von Heiko Niedermeyer / 12. Mai 2017
Frostschäden Weinberg Stammheim Franken
Frostschäden vom April 2017

Nach 2010 gab es dieses Jahr wieder ein Spätfrostereignis, welches den Weinbauern schlaflose Nächte bereitete. Oft werden die Sorgen der Winzer von Außenstehenden mit einem Augenrollen kommentiert, dabei ist das Arbeiten mit der Natur manchmal wirklich ganz schön nervenaufreibend. Ist das Gehalt eines Arbeitnehmers doch regelmäßig und pünktlich auf dem Konto, so bedeuteten Ernteeinbußen gleichzeitig „Lohnkürzungen“ bei fast gleichbleibenden Kosten.

Doch was hat es nun mit diesen Spätfrostereignissen auf sich? Im Januar hatten wir -15° C und keinen scheint es gestört zu haben. Das liegt daran, dass die Rebe in der vegetationslosen Zeit keine Grünteile (Blätter, Triebe) mehr besitzt und die verholzten Teile eine sehr hohe Widerstandsfähigkeit gegen Kälte besitzen. Je nach Sorte können die Reben in diesem Zustand schon mal -20° C oder -25° C aushalten. Erwacht die Rebe aufgrund höherer Temperaturen (ca. 15° C über mehrere Tage) zum Leben und beginnt auszutreiben, dann dürfen die Temperaturen nicht unter 0° C fallen. Die Folge wäre, dass die Grünteile absterben und für die Traubenbildung nicht mehr zur Verfügung stünden.

Doch warum gibt es diese Spätfröste? In den meisten Fällen spricht man von einer Inversionswetterlage, welche sich bei Hochdruckeinfluss und Windstille entwickeln kann. Normalerweise sind die höheren Luftschichten kälter als die am Boden. Kann die warme Luft aber aufgrund einer fehlenden Wolkendecke nach oben entweichen und fließt kalte Luft von den Höhenlagen ins Tal, dann entsteht eine sogenannte Inversionsschichtung. Hier ist die Luft am Boden sehr kalt, während sich die wärmeren Luftschichten drüber befinden. Deshalb versuchen Winzer in solchen Situationen mit sehr viel Aufwand die Luftschichten künstlich zu verwirbeln (Hubschrauber, Feuer) um das Übel doch noch irgendwie abzuwenden.

Habemus Petrini!

Von Alexander von Halem / 12. April 2017

Im Weinberg sind wir Anfang April fertig geworden mit den „Niederziehen“ (das Anbinden der Fruchtruten auf den Drahtrahmen). Höchste Zeit, denn das schöne, sonnige Wetter der vergangenen Tage hat dazu beigetragen, dass die Knospen der Reben schon prall und wollig wurden; Ein Zustand in dem sie sehr empfindlich sind. Nun sind die ersten Knospen auch schon ausgetrieben. Erste Lebenszeichen des 2017er Weinjahrgangs!

weinberg stammheim weinvon3
An unseren Weinbergen Anfang April

Im Schloss hat mit den angenehmeren Temperaturen die Saison auch schon wieder begonnen. Das bedeutet viele nette Gäste im Hotel, die eine oder andere kulturelle Veranstaltung und zahlreiche Weinproben. Im Schlossgarten habe ich mit dem Buchsschnitt begonnen und auch so gibt es dort genügend zu tun (Rosen schneiden, letzte Reste von versteckten Herbstblättern entfernen, Rasen mähen…).

Buchsschnitt im Schlossgarten
Buchsschnitt im Schlossgarten…

Im Weinkeller haben wir derweil weitere 2016er Weine abgefüllt. Von diesen ist der trockene Riesling nun schon im Verkauf. Ein spannender Wein mit knackiger Säure und schönen floralen Noten in der Nase. Am besten einfach mal probieren…

Den Grundwein für unseren Perlwein Petrini brachten wir letzte Woche zur Abfüllung in die Sektkellerei nach Würzburg. Heute konnten wir die frisch abgefüllten und etikettierten Flaschen zurück ins Weingut holen. Jetzt falten wir fleißig Kartonage, damit wir endlich die Vorbestellungen für den Perlwein erfüllen können. Diesem konnten wir wieder einen ordentlichen Schuss Gewürztraminer Auslese verpassen, so dass ein wunderbar fruchtig prickelnd erfrischender Perlwein entstanden ist. Probieren lohnt sich!

Habemus Petrini weinvon3
Habemus Petrini!
0
0
Weinkorb
Versandkosten berechnen