Willkommen auf dem Weingutsblog.
Hier versuchen wir Euch mit den aktuellsten Geschehnissen im Weingut und Weinberg auf dem laufenden zu halten.
Wir freuen uns über Kommentare und Anregungen zum Blog und was Euch so interessiert.
Schreibt uns einfach.
Alexander, Heiko, Christian
Es war angesichts des kalt-nassen Wetters ein sehr kleines „Fest von 3“, wenn auch ein sehr schönes. Es regnete in Strömen, so dass ich am Morgen noch die Sandfänge im Schlosshof reinigen musste, um eine Überschwemmung zu verhindern. Ich hatte gerade genug Zeit mich zu waschen, da trafen die Ehrengäste um 11 Uhr pünktlich ein: Fränkische Weinkönigin Marion Wunderlich, Präsident des Fränkischen Weinbauverbands Artur Steinmann, Bürgermeister Horst Herbert und Christina Schömig als Vertreterin des örtlichen Weinbauvereins.
Wir starteten im Freskensaal des Schlosses mit einem lockeren Gespräch mit den Weinbotschaftern und unserem Silvaner. Artur Steinmann fand lobende Worte für unser in Franken bisher wohl einmaliges Vorhaben. Viel zu selten würden junge Studienabgänger sich selbständig machen. Lieber gingen diese oft zum Staat. Er lobte daher unseren Mut und Unternehmergeist und fand, dass Wein von 3 ein positives Beispiel des Strukturwandels sei: Betriebsaufgaben seien auf der einen Seite schade, auf der anderen böten sie jedoch neue Chancen für Unternehmensgründer wie uns bestehende Rebflächen zu pachten und zu bewirtschaften.
Dass auch die Weine, die wir teils im Freskensaal und teils im Gewölbekeller des Schlosses verkosteten, ebenfalls großes Lob seitens der zur Gründungsfeier angereisten Weinfachleute ernteten, freute uns natürlich besonders!
Marion Wunderlich lobte auch das frische, moderne Design unseres Logos und der Weinetiketten. Dass sie sich mit dem Konzept hinter „Wein von 3“ schon im Vorfeld vertraut gemacht hatte zeigte ihr Hinweis darauf, dass es schließlich auch Dreifaltigkeitssonntag war. Die drei Zacken im fränkischen Rechen seien auch eine schöne Anspielung auf unser Motto und Weingutsgrundlage „Wein von 3“.
Im Gewölbekeller feierten wir mit Freunden und Weininteressierten noch den Tag hinüber und in die Nacht hinein, zuletzt mit musikalischer Unterstützung der „Jungen Virtuosen auf ihrem Weg zum Ruhm“. Es war ein würdiges Fest für unseren Start mit den Weinen des ersten Weinjahrgangs 2012. Allen, die es mit uns gemeinsam gefeiert haben: Herzlichen Dank!

Das Fest von 3 rückt näher… im Kleinen können wir am morgigen Pfingstsonntag, 19.5. schon mal üben, denn im Rahmen der Zeilitzheimer Weinbergswanderung werden 2 von 3 im Schlosshof zugegen sein, um Fragen zu unserem Wein zu beantworten (natürlich ist dieser dann auch im Ausschank, denn reine Theorie ist ja kein Genuss!).
Wichtig zu erwähnen scheint es, dass unser Fest von 3 ein öffentliches Weinfest ist. Es wurde schon gefragt, ob man zu dem „Eröffnungsweinfest“ einfach so kommen könne. Ja! Jede/r darf am 26. Mai ins Schloss kommen und im Schlosshof mitfeiern, oder mit einem Glas Wein durch den Schlossgarten wandeln.
Über das Catering haben wir ja in Teilen bereits geschrieben. Nun stellt sich auch noch Reinhard Gabriel vom Team rund um den „blauen Klaus“, das Crêpes Mobil, vor:
Der blaue Klaus – das Crêpes Mobil im CITROEN HY Oldtimer – Wellblechbus von 1972 kommt zum Weinfest!
Mit süßen Nutella-Crêpes für die Kids und herzhaften (das sind dann Galettes) für alle anderen wollen wir mal eine Alternative zu den sonst üblichen (auch sehr schmackhaften) fränkischen Bratwürsten bieten.
Für Oldtimerfans und Schrauber bietet sich Fachsimpeln an, zumal der Crêpes-Bäcker ursprünglich aus Franken stammt und jetzt in der Diaspora zwischen Heilbronn – Heidelberg – Karlsruhe lebt und dort versucht fränkische Klöße, Schäuferla und Bratwürste bei seinen Mitmenschen bekannt zu machen.
Die Galettes-Variationen haben die 3 von Weinvon 3 selbst entworfen, mal was anderes, aber nach einem Probebacken hat mich das überzeugt.
Es passt gut zu den tollen Weinen.
Also freuen wir uns auf ein schönes Fest, niemand soll hungrig nach Hause gehen!
Bitte bringt Sonnenschein und beste Laune mit. Lasst uns die Crêpes-Platten zum Glühen bringen!
Herzlich Euer blauer Klaus mit Team
Galettes und Oldtimer-Talk – das passt ganz gut zu uns, finde ich!
Jährlich am Pfingstsonntag veranstaltet der Weinbauverein Zeilitzheim seine Weinbergswanderung. Diese führt durch das Dorf und Schloss in die Zeilitzheimer Flur entlang Wiesen, Wald, Lohmühle, See und Weinbergshütte. Am See und der Weinbergshütte sind Versorgungsstände aufgebaut, wie auch am Gänsewasen wo man am Abend den Tag unter den Kastanien gemütlich ausklingen lassen kann.
Wer einen Besuch in unserem Weingut im Schloss mit einem familienfreundlichen Ausflug ins Grüne verbinden möchte hat an diesem Pfingstsonntag, 19. Mai Glück: Wir 3 von Wein von 3 werden im Schloss zugegen sein und die erst kürzlich vorgestellten Weine des Jahrgangs 2012 bereit halten. Also auf! Wanderschuhe abputzen und am 19. Mai schnüren. Auf nach Zeilitzheim.
Die Präsentation unserer ersten sechs Weine war jetzt gerade erst am Samstag. Und es war schön. Danke für das viele nette Feedback, das uns auf zahlreichen Wegen erreichte. Und für die Geschenke! Wir schreiben Euch noch.
Aber gerade geht es erst einmal im Weinberg weiter…
Wir 3 sind – neben den nun neuen Arbeiten in Sachen Weinversand – auch wieder verstärkt im Weinberg aktiv. Die Reben werden ausgebrochen. Das heißt im Sinne einer Ertragsregulierung und somit Qualitätssteigerung reduzieren wir das natürliche Wachstum auf diejenigen Triebe herunter, die dann schön in das Drahtgeflecht eingefädelt werden. Pro Rute werden da gerne mal mehr als die Hälfte der neuen Triebe weg „gebrochen“. Diese Arbeit tat mir in den ersten Tagen des letztjährigen Einsatzes noch etwas weh, vom Gedanken her. Doch inzwischen habe ich, der Azubi im eigenen Weingut, mehr als ein ganzes Jahr Weinbergsbewirtschaftung hinter mir und kann die Zusammenhänge zwischen Rebschnitt, Ausbrechen, Grünlese und letztlich Qualität bei der Weinlese nun besser einschätzen. Jeder Schritt ist wichtig für den nächsten und übernächsten. Und, ich gebe es zu, es macht auch verdammt viel Spaß Geburtshelfer im Weinberg zu spielen. Vor allem, weil ich jetzt weiß und beweisen kann, welches Ergebnis mit solch sorgfältiger Arbeit erzielt werden kann!
Und heute erreichte mich über eine Facebook-Verlinkung ein Blogartikel meines guten Freundes Floh, mit dem ich sonst monatlich (manchmal fast wöchentlich) den Schweinfurtundso Podcast gemacht habe. Morgen werden wir 3 sogar dort für eine Sendung zugegen sein! Es wird arbeitsbedingt eine späte Livesendung sein, aber es gibt sie ja dann auch noch aus der Konserve. Dieser Podcast hat jedoch in Sachen Regelmäßigkeit ein wenig gelitten in den letzten Wochen und Monaten. Es ging schließlich auf den Verkaufsstart zu.
Ich ahnte, dass Floh generell ein wenig skeptisch war, ob diese Sache mit dem Weingut so eine gute Idee ist. Sein heutiger Blogartikel bestätigt dies, nicht aber ohne eine positive Einschätzung unserer Weine und dem Vorhaben an sich, worüber ich mich natürlich besonders freue. Denn ich kenne Floh als Mensch mit hohen Qualitätsansprüchen und Erwartungen. Aber: Lest selbst…
http://floriankohl.de/es-gibt-wein-und-es-gibt-wein/
Ach ja: Und das Fest von 3 am 26. Mai nicht vergessen.
Nachtrag 15.5.13: Heute senden wir bei Schweinfurtundso mal nicht live, weil es schon recht spät sein wird. Die Sendung gibt es dann voraussichtlich am 16.5.13 aus der Konserve. Ich verlinke diese dann auf unserer Facebookseite unter https://www.facebook.com/weinvon3
Die gestrige Präsentation der Weine unseres ersten Jahrgangs war als Feier für Familie und Freunde gedacht. Wir haben dennoch auch die regionale Presse eingeladen in der Vermutung, dass es vielleicht interessant sein könnte, wenn drei (teilweise relativ) junge Männer aus dem NICHTS mal ein Weingut gründen und auf Anhieb gute Weine machen (natürlich sind wir von unseren Weinen überzeugt, sonst würden wir sie nicht unter eigener Marke verkaufen).
Die Presse blieb jedoch fern.
Der rasende Dorfreporter Dominik Dorsch, der immer zuverlässig und gut über das Dorfgeschehen für das Lokalblatt schreibt, hatte schon seine Teilnahme auf persönliche Einladung hin zugesagt, wurde dann aber von seiner Redaktion zurück gepfiffen: „Die Redakteure waren sich einig, dass von eurer Weinpräsentation leider nichts erscheinen soll“. Nun gut, dann eben ohne die Lokalzeitung. Diese hatte vielleicht wieder die Eröffnung eines Fußpflegesalons oder eine Weinprinzessinnenkrönung zu betreuen. Da passt die Neugründung eines fränkischen Weingutes mit Vorstellung des ersten Weinjahrgangs natürlich nicht so recht ins Bild.
So war es letztlich doch ein reines Freunde- und Familienfest.
Und letztlich war es auch genau SO gut und richtig. Es waren zwar auch Politiker und Prominenz (auch aus der Weinwirtschaft) da, aber alle quasi privat als Freunde und nicht in offizieller Funktion. So konnten wir gemeinsam ein Fest feiern, das die Weine unseres ersten Jahrgangs in den Mittelpunkt stellte und wir nicht nur die üblichen platten Reden schwingen mussten oder solchen zuhören mussten.
Uns 3 hat es sehr viel Spaß gemacht. Wir freuen uns, dass unser Wein bei den rund 80 sorgfältig ausgewählten Gästen so gut ankam und dass die Jahrgangspräsentation auch von vielen unserer persönlichen Gäste als harmonisch und eben etwas ANDERS (im positiven Sinne) aufgefasst wurde. Insofern war es ein würdiger Festabend zum Verkaufsbeginn unseres Weines nach eineinhalb Jahren Arbeit in Weinberg und Keller.
Ein herzliches Dankeschön den vielen Helfern im letzten Jahr und auch gestern: Ohne Euch wäre Wein von 3 jetzt nicht das, was es nun ist. nämlich voll am Start! Danke!
Und darauf, was es nun an Wein gibt, sind wir 3 gerade mächtig stolz.
Morgen werden erst einmal 300+ Gläser von gestern Abend gespült und poliert, dann geht es endlich wieder in den Weinberg zum Ausbrechen.
Aller guten Dinge sind Drei. Deshalb wird es als Verpflegung zum Fest von 3 am 26. Mai 2013 neben der bereits angekündigten Outbeck Conditorei Hergolshausen und dem Crêpes-Mobil „Der blaue Klaus“ nun auch einen dritten Anbieter ausgefallenerer Köstlichkeiten geben: Der Sportfischerverein Werntal e.V. grillt vor Ort Makrelen.
Den Genuss der würzigen Fische könnt Ihr dann mit einem unserer frischen Weine ablöschen. Petri Heil!
Habe mir gedacht, ich lasse die Welt da draussen mal wissen, was wir zur Zeit im Weingut so machen. Da ich ja nur sehr sporadisch Blogartikel schreibe, ist es jetzt mal wieder an der Zeit. Was gerade passiert kann man ganz gut anhand der Bilder erklären. Unten rechts: Unsere Gläser mit Logo sind eingetroffen. Aus denen darf dann am 26. Mai beim Fest von 3 getrunken werden. Das Bild oben zeigt Alexander bei den Vorbereitungen zum Fest. Genauer gesagt im Hinterzimmer von der Outbeck Conditorei Hergolshausen, beim Verkosten von Tonkabohnenschnaps wenn ich mich richtig erinnere. Vor- oder hinterher gab es auch frischen Meerettich mit Pralinen. Äusserst interessante Mischung! Ja und das Bild auf der linken Seite lässt mich seit Wochen nicht in Ruhe. Das ist der gesamte Kunststoffmüll, den wir auf nur einem Hektar Weinberg, während des Rebschnitts gesammelt haben. Und dabei haben wir nicht einmal aktiv gesucht, sondern nur so nebenher. Inzwischen bin ich ein ganz großer Kunststoffgegner, noch mehr als vorher schon. Wir werden das Zeug vermeiden wo es nur geht. Und wenn man will, ist es auch überhaupt nicht nötig irgendwelchen Kunststoff bei irgend einer Arbeit einzusetzen. Im Weinberg sind wir gerade mit dem Niederziehen der Reben beschäftigt, also das Biegen der Ruten auf einen Draht in einer bestimmten Höhe. Damit durchbricht man die sog. apikalen Dominanz. Das bedeutet, man verhindert, dass die Rebe anfängt am Rutenende, also ganz weit oben zu wachsen und somit das Wachstum der unteren Knospen unterdrückt. Danach haben wir dann wohl erstmal eine Weile Zeit um das Fest noch ganz genau zu planen.
Kürzlich hat der Fotograf Martin Raab (www.lichtbildstudien.de) ein Fotoshooting mit uns Drei von Wein von 3 für unsere Website gemacht. Erste Ergebnisse haben wir schon gesehen und sind schon mal begeistert! Vielen Dank, Martin!
Solange Martin aber noch am Feinschliff der Bilder arbeitet, spannen wir Euch noch ein wenig auf Folter und drehen solange den Spieß um: Der Fotograf wurde mittels Hosentaschen-iPhone-Kamera kurzerhand zum Fotografierten:
Wir steuern auf unser Eröffnungsfest zu
Aufmerksame Leser unseres Blogs und Fans unserer Facebookseite haben es bereits mitbekommen. Wir haben mit der Veröffentlichung unseres Logos nun auch den offiziellen Namen des Weingutes bekannt gegeben: Wein von 3. Nun gilt es bald unseren ersten Jahrgang abzufüllen und zu feiern.
Auf der Suche nach einem zu uns passenden Design half uns die Grafikerin Judith Feyerabend unserem Weingut ein Gesicht zu geben.
Dass Judith ein Vollprofi in Sachen Design und Branding ist zeigt nicht nur ihr Portfolio (u.a. Kampagnen für Tiffany, Adidas, Margret Astor, WMF, Hutschenreuther, Bernbacher, Weihenstephan, Tucher, Südtirol Tourismuswerbung, Fujitsu Siemens…) sondern auch das Ergebnis ihrer Entwürfe für uns.
Um die in Kürze bevorstehende Abfüllung und Vermarktung unserer Weine vorzubereiten, bedarf es natürlich noch einiger Accessoires. Die Flaschen stehen nun schon auf Paletten gestapelt und in Folie eingeschweißt im Weinkeller. Was noch fehlt sind die Kapseln (es dauert etwas länger; schließlich gaben wir uns mit Standardvarianten und Druckverfahren nicht zufrieden, was bei unseren geringen Stückzahlen schwer zu realisieren ist). Auch wenn es nun länger dauert, konnten wir aber unsere Wünsche durchsetzen. Die Etikettenentwürfe von Judith werden Euch sicherlich genauso überraschen wie uns. Bevor diese gedruckt werden, bedarf es noch der „amtlichen Prüfnummern“ für die Weine.
Nachdem die abgefüllten Weine dann noch ein wenig ruhen durften, lassen wir sie frei. Das feiern wir am Sonntag, 26. Mai 2013 ab 11 Uhr mit unserem Fest von 3 im Schloss. Ein Jahr Arbeit in Weinberg und Keller zahlt sich nun aus mit Weinen, auf die wir sehr stolz sind.
Es war spannend, lecker und vor allem lustig. Vielen Dank an alle fleißigen Helfer, die mit uns zusammen die 2012er Trauben in den Keller geschafft haben. Weinbau an sich ist ja keine leichte Arbeit, aber viel zehrender war der Schlafentzug. Der längste Arbeits“tag“ betrug 28 Stunden – zwar mit Pausen und leckerem Kaffee, aber ohne Schlaf. Um die Frage zu beantworten, warum wir uns die Arbeit nicht besser einteilen, werde ich hier versuchen, einen zusammengefassten Einblick in einen von mehreren Lesetagen geben.
Weinlese am 08.10.2012
Um 06:00 Uhr klingelt der Wecker. Draußen ist es noch dunkel und menschenleer. Richtig geschlafen habe ich aufgrund der Aufregung eh nicht. Hoffentlich kommen alle eingeladenen Helfer und hoffentlich funktionieren die Maschinen, wie Schlepper, Stapler, Abbeermaschine, Weinpumpe und Weinpresse, denn wir haben heute viel vor. Fällt eine dieser Gerätschaften aus, steht erst mal alles still.
Gelesen werden heute Kerner und Silvaner. Nach dem Frühstück pack ich mich dick ein, um bei 6°C die Lesebehälter (à 550 Liter) mit Spülmittel auszuwaschen. Dies mache ich immer direkt vor einem Lesetag, um sicher zu gehen, dass sich über Nacht nicht doch noch Unrat in den im Freien stehenden Lesebehälter angesammelt hat. Ich bin froh, dass es an diesem Tag so kalt ist. Warmer Traubensaft fängt sehr schnell an zu gären, was er natürlich erst am nächsten Tag soll. Warum das so sein soll, erkläre ich noch später.
Nachdem ich die sauberen Behälter auf den beiden Hängern drapiert und den Schlepper vorgespannt habe, rücke ich die Maschinen für die Traubenannahme in Position. Auch die Ausrüstung für die Lese selbst checke ich vorsichtshalber noch einmal – Eimer, Lesescheren, Handschuhe, Wasser zum Waschen und Handtücher. Kaum geschehen, trudeln auch schon die ersten Helfer gut gelaunt ein. 7:50 Uhr war ausgemacht und alle sind sie gekommen: Manfred., Gabi1, Gabi2, Hans., Thomas, Elisabeth, Erika, Rosalinde, Norbert, Tugce, Wolfgang sowie natürlich Alexander und ich. Christian fehlt, da er ja noch bis Mitte November sein Praktikum in Südtirol absolvieren muss.
Wie geplant startet die Lese im Silvaner um 08:00 Uhr. Etwas feuchter Boden macht die Sache für den Schlepper am steilen Silvaner allerdings etwas schmierig. Trotz Allradantrieb geht es nach 5m nicht weiter. Um den Weinbergsboden wegen den ungünstigen Bedingungen nicht unsinniger Weise platt zu fahren, entscheiden wir uns, die Trauben mit der Hand aus dem Weinberg zu tragen. Diesen Job übernehmen Thomas und ich. Der Vorteil an dieser Arbeit ist, dass wir trotz kühler Witterung nach den ersten 10 Minuten unsere Jacken ausziehen konnten.
10:40 Uhr: Der erste Weinberg ist geerntet und die gefüllten Leseboxen auf dem ersten Hänger verstaut. Genau der richtige Zeitpunkt für eine kleine Stärkung. Katalin von Halem ist gerade vorgefahren und packt Kaffee, Käsestangen und süße Stückchen aus. Auch wenn ich nun eigentlich mit der ersten Fuhre los müsste, lasse ich mich zunächst nicht vom Kaffee und dem Gebäck losreißen. Auch lieb gemeinte Scherze über Thomas‘ und mein schmerzverzerrtes Gesicht bringen mich nicht von dieser wohlverdienten Pause ab.
11:00 Uhr: Nun wird es aber Zeit. Aufbruchstimmung macht sich breit. Schließlich wollen noch zwei weitere Weinberge geerntet werden. Während sich Alexander und unsere Leser zum nächsten Silvaner aufmachen, schnappe ich mir die erste Fuhre, um diese im Keller zu verarbeiten. Im Keller angekommen leere ich die gefüllten Traubenbehälter in die Abbeermaschine. Diese zupft die Beeren vom Stielgerüst und spuckt dieses zu einer seperaten Öffnung aus. Diese so genannten Rappen werden nicht mehr benötigt und ich fahr sie später zur Kompostierung wieder zurück in den Weinberg. Die Beeren liegen nun im eigenen Saft und warten hier einige Stunden auf die Pressung. Grund: In den Schalen befinden sich ebenfalls viele Aromen. Durch diese Standzeit möchten wir zumindest einige davon extrahieren und hoffentlich auch im späteren Wein wieder finden.
Nun aber schnell wieder auf den Schlepper und ab zu den Anderen. Die waren in der Zwischenzeit wirklich fleißig. Gerade mal 13:00 Uhr und der zweite Silvaner ist auch schon gelesen. Obwohl diese Fläche im Vergleich zu heute Morgen doppelt so groß ist, sind nur wenige Behälter gefüllt – nicht überraschend, sondern durch Ertragsreduzierung im Vorfeld geplant. Christian würde sagen: „Das gibt geilen Premiumstoff“.
Meine Ankunft im Weinberg stößt auf wenig Interesse und die Helfer huschen an mir vorbei in die Kerneranlage. Mittlerweile steht auch die Sonne am Himmel und die angeleuchteten Beeren glänzen wie Gold. Ich schnapp mir also auch eine Schere, um auch den letzten Weinberg für heute zu ernten.
14:00 Uhr: Die Kernertrauben sind ebenfalls auf dem Hänger verstaut. An dieser Stelle hört für viele Weinbauern das Weingeschäft auf. Will man aber aus seinen Trauben selbst Wein machen, kann ein solcher Erntetag noch lange andauern. Alexander und alle Helfer satteln auf, um die wohlverdiente Brotzeit im Schloss zu genießen. Thomas und ich hingegen schnappen uns die Trauben und bringen diese ebenfalls in den Keller. Auch hier heißt es: Abbeeren, stehen lassen und danach unbedingt etwas essen. Mein Bauch knurrt schon.
Das Arbeiten im Keller besteht aus 80% putzen und aufräumen. Bis die erste Fuhre um 19 Uhr gepresst werden kann – wir erinnern uns an die Standzeit – mache ich mich also über das Putzen der Lesebehälter, Abbeermaschine, Scheren, Schlepper und Leseeimer.
18 Uhr: Die erste Fuhre wird mit Hilfe eines Drehkranzstaplers aufgeschüttet. Eine abendteuerliche Aktion. Viele Weinbaubetriebe pumpen die Maische auf die Presse, was sehr einfach und schnell geht. Um aber die Trauben zu schonen, kippen wir die gefüllten Behälter in einen selbst gebauten Edelstahltrichter, über die sie dann in die Presse rutschen sollen. Soweit der Plan. Da die Behälter fast genauso groß sind, wie der Trichter, ist dies Millimeterarbeit und der ein oder andere Tropfen flutscht dann doch vorbei. Thomas und Alexander sind mittlerweile wieder da und weisen mir die Richtung.
18:40 Uhr: Die Trauben aus dem ersten Weinberg sind auf der Presse. Nun wird der Saft von den Beerenschalen und Kernen getrennt und in einem Edelstahlfass verstaut. Hier bleibt nun der Saft ca. 12 Stunden, damit sich feste Bestandteile absetzen und dann am nächsten Tag vom sauberen Saft getrennt werden können. Würde schon jetzt die Gärung einsetzen, würde aufsteigende Kohlensäure das Absitzen verhindern.
Die Presse ist high-tech und ein Computer übernimmt hier die Steuerung. Somit haben wir wieder Zeit, die entleerten Behälter zu putzen und zu verstauen. Kaum ist das geschehen, beginnt die große Zeit des Wartens. Drei bis vier Stunden müssen wir nun für jeden Pressvorgang warten. Um 23:00 Uhr ist der erste Pressvorgang beendet und wir entleeren die Presse. Die Beerenschalen fahren wir ebenfalls zur Kompostierung in den Weinberg zurück. Als nun eingepieltes Team brauchen wir für die Entleerung und die Wiederbefüllung dieses mal nur noch eine knappe Stunde.
02:30 Uhr: Die zweite Presse ist fertig. Also wieder entleeren und befüllen. Mittlerweile plagen die ersten Ermüdungserscheinungen. Kaffee muss her. Da Alexander am nächsten Tag wieder im Schloss gebraucht wird, zieht er sich nach der Befüllung der letzten Presse zur wohlverdienten Bettruhe zurück.
06:30 Uhr: Die dritte Presse ist fertig. Ein letztes Mal entleeren und dann natürlich wieder putzen. Nach 25 Stunden kann das ansonsten harmlose Putzgeschäft richtig hässlich werden. Zum Beispiel, wenn einem der Wasserschlauch durch Unachtsamkeit mitten ins Gesicht sprüht und mindestens die gleiche Wirkung wie zwei Tassen Kaffee hat.
10:00 Uhr: Es ist vollbracht! Nun nichts wie raus aus den nassen Klamotten, ab auf’s Motorrad und heim in’s warme Bett, bevor um 17 Uhr wieder der Wecker geht, um mich daran zu erinnern, den nun sauberen Saft vom Trub (Satz) abzuziehen.






