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Alexander, Heiko, Christian
Gestern, am 7. Juli 2026, war es wieder soweit: Die Jury des Landratsamts Schweinfurt hat sich zur diesjährigen Blindverkostung für den Landkreiswein 2026/2027 getroffen. Und wir waren mit dabei – zum erst zweiten Mal in unserer Geschichte als Weingut.
Was ist eigentlich der Landkreiswein Schweinfurt?
Für alle, die den Wettbewerb noch nicht kennen: Der Landkreis Schweinfurt ist mit rund 500 Hektar Rebfläche der drittgrößte Weinlandkreis Frankens – und Bayerns. Weil hier sowohl auf Keuper- als auch auf Muschelkalkböden hervorragende Weine wachsen, kürt eine unabhängige Jury unter der fachlichen Anleitung der obersten Weinfachberaterinnen des Bezirks Unterfranken (gestern Leiter der Behörde Ralf Schwarz und die Fachberaterin Alexandra Brandl) jährlich in einer verdeckten Weinprobe zwei Landkreisweine: einen aus dem Keuper- und einen aus dem Muschelkalkgebiet des Landkreises. Die Siegerweine werden ein Jahr lang zu Präsenten des Landrats und begleiten Empfänge des Landkreises – eine schöne Auszeichnung für die beteiligten Weinbaubetriebe.
Unsere Weinberge in Stammheim am Main liegen im Muschelkalkbereich. Dort war in diesem Jahr die Rebsorte Domina gefragt.
Unsere Einreichung: Domina trocken, Jahrgang 2022
Wir schickten drei Flaschen unserer Domina trocken 2022 zur Blindverkostung. Ursprünglich war für die Ausschreibung ein 2024er oder 2025er Jahrgang vorgesehen. Da die meisten Winzer ihre Rotweine aber lieber etwas länger reifen lassen, bevor sie in die Flasche kommen, haben wir uns dafür eingesetzt, den Kreis der zulässigen Jahrgänge zu erweitern – mit Erfolg: Zugelassen wurden am Ende Rotweine ab dem Jahrgang 2021. So konnten wir mit unserem 2022er antreten, der genau die Zeit bekommen hat, die er braucht.
Warum wir auf Domina setzen
Wir glauben an diese Rebsorte. Schon in unserer noch jungen Weingutsgeschichte haben wir eigene Domina-Reben angepflanzt – und mittlerweile keltern wir sogar zwei ganz unterschiedliche Domina-Weine aus den zwei Domina Lagen, die wir bewirtschaften. Neben unserer für den Landkreiswein eingereichten Domina, die in Stückfässern aus Eichenholz aus dem Spessart reift, gibt es noch den „Fuchs v.B.“, der stattdessen in französischen Barriquefässern ausgebaut wird. Zwei Fässer, zwei Charaktere – ein schönes Beispiel dafür, wie viel Spielraum diese Rebsorte lässt.
Übrigens: Unsere Domina 2022 ist ein Bioland-Wein – 2022 befanden wir uns noch im zweiten Jahr der Umstellung auf (zertifizierten) biologischen An- und Ausbau. Seit dem Jahrgang 2023 sind alle unsere Weine bio-zertifiziert.
Kein Unbekannter: Domina in Franken
Die Domina ist zwar außerhalb Frankens eine Rarität, hier bei uns aber eine echte Institution. Gezüchtet wurde sie bereits 1927 von Peter Morio als Kreuzung aus Blauem Portugieser und Spätburgunder, in den 1950er-Jahren von Bernhard Husfeld weiter selektioniert und 1974 offiziell in die Sortenliste aufgenommen. Von den rund 400 Hektar Domina-Rebfläche in ganz Deutschland liegt der weitaus größte Teil in Franken – hier ist sie, noch vor dem Spätburgunder, die meistangebaute rote Rebsorte.
Ein schöner Zufall für den diesjährigen Wettbewerb für das Muschelkalkgebiet: Domina gilt als recht unempfindlich gegenüber Chlorose und fühlt sich deshalb auf kalkhaltigen Böden – also genau auf Muschelkalk – besonders wohl. Geschmacklich zeigt sie sich dunkelfarbig, extraktreich und tanninbetont, mit Aromen von Sauerkirsche, Zwetschge und dunklen Beeren. Je nach Ausbau und Reifung kann sie durchaus dem Spätburgunder Konkurrenz machen.
Eine kleine Familientradition
Ganz neu ist der Landkreiswein für uns nicht: 2019 haben wir den Titel bereits einmal gewonnen – damals mit unserem Silvaner trocken, und es war unsere allererste Bewerbung überhaupt. Im Jahr darauf saß Heiko sogar selbst als Mitglied in der Verkostungsjury. Sieben Jahre später ist die Domina 2022 nun erst unser zweiter Anlauf.
Und wie ist es ausgegangen?
Wir haben gewonnen! Unsere Domina wird also bis zur nächsten Kür des Landkreisweins von unserem Landrat als Präsent zu besonderen Anlässen verschenkt und bei offiziellen Veranstaltungen des Landkreises ausgeschenkt. Gewinner des Keuper-Anbaugebiets, das dieses Jahr mit einem Silvaner antreten durfte, ist die Weinmanufaktur Solf (Albin und Anne Solf, Donnersdorf).
Herzliche Grüße aus Stammheim am Main und Zeilitzheim
Alexander (und Heiko)

Von links nach rechts: Die Weinprinzessinnen Emma Endres, Franka Wehner, die Fränkische Weinkönigin Angelina Seiler, Landrat Florian Töpper. Dahinter: Heiko Niedermeyer und Alexander von Halem. Foto: Johannes Prowald

Foto: Andreas Lösch / Landratsamt Schweinfurt (mit dem Mobiltelefon der Fränkischen Weinkönigin Angelina Seiler, 3. v. li.)